Badezentrum Bockum: Verwaltung und Vereine suchen nach Lösungen

Schwimmbad Krefeld

Die Sportverwaltung hat in Sachen „Badezentrum Bockum“ zusammen mit den Vereinsverantwortlichen in der Arbeitsgruppe Belegung das weitere Vorgehen besprochen. Bis Freitag wird geklärt, wie die Nutzer für die Übergangszeit auf andere Bäder in Krefeld verteilt werden können. „Die Solidarität unter den Vereinen ist groß. Auch in den Nachbarstädten Düsseldorf, Neuss und Duisburg ist man gewillt, uns in dieser schwierigen Situation zu helfen“, sagt Sportdezernent Markus Schön. Um möglichst vielen Nutzern des Badezentrums Ausweichmöglichkeiten zu bieten, werden in den anderen Krefelder Bädern Schwimmzeiten bis 23 Uhr angeboten.

Badezentrum seit Anfang Dezember geschlossen

Seit dem 7. Dezember ist das Schwimmbad, mit 1200 Quadratmetern Wasserfläche Krefelds größtes Bad, geschlossen. Grund sind erhöhte Legionellen-Werte. Legionellen sind Bakterien, die beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen können, von grippeartigen Beschwerden bis zu Lungenentzündungen. Die Bakterien nisten sich vorwiegend in Wasserleitungen und Warmwasser-Tanks ein und vermehren sich dort, wenn das Wasser nicht ausreichend bewegt wird. Die bislang durchgeführten organisatorischen und baulichen Maßnahmen führten zwar dazu, die Werte um ein Vielfaches zu senken, Entwarnung gibt es aber noch keine.

„Die Gesundheit und Sicherheit der Schwimmer geht vor. Daran arbeiten wir sehr gründlich und wollen keinerlei Risiko für unsere Badegäste eingehen“, so der stellvertretende Fachbereichsleiter Matthias Pasch. Schon seit vier Monaten gibt es Arbeiten am Wassersystem in dem Bad, unabhängig also von den erhöhten Legionellen-Werte. Das breite Maßnahmenpaket, das der Fachbereich Sport und Sportförderung zusammen mit den Fachbereichen Zentrales Gebäudemanagement und Gesundheit abgestimmt hat und durchführt, soll die Sicherheit für Besucher des Badezentrums weiter erhöhen. Pasch: „Die Leitungen des Bades stammen zum Teil noch aus dem Jahr 1967 und wurden nie vollständig erneuert. Die Technik entspricht nicht mehr dem heutigen Stand und ist vielfach überdimensioniert. Wir haben uns dafür 60 Maßnahmen vorgenommen, von denen rund 80 Prozent abgearbeitet sind. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir 300 Meter des Rohrnetzes abgekoppelt haben, weil man sie einfach nicht mehr braucht. Wir sind mit den Maßnahmen auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel.“ Erst wenn der Fachbereich Gesundheit dauerhafte Keimfreiheit bescheinige, werde das Bad wieder eröffnet. Die nächsten Beprobungen stehen Ende Januar an, erklärt Fachbereichsleiter Oliver Klostermann. „Einen fixen Termin für die Wiedereröffnung können wir aktuell nicht bekanntgeben, das wäre auch nicht seriös. Bis dahin müssen alle zusammenrücken.“

Gutachten liegt Ende März vor

Das Badezentrum steht auch im Fokus der Sportstättenkommission. Bis Ende März wird ein Gutachten erwartet, das Basis für die weitere fachliche Diskussion sein wird. Schön: „Das Thema wird uns beschäftigen, aber darauf freuen wir uns, denn der aktuelle Zustand ist nicht länger tragbar. Mit dem Gutachten haben wir dann etwas in der Hand, das uns den Weg weisen kann.“