Fundtiere: Tierheim Moers im zweiten Quartal mit 125 Einsätzen

Tierheim-Krefeld-Fundtiere

Das Tierheim Moers, das seit Beginn des Jahres für die Fundtierverwaltung der Stadt Krefeld zuständig ist, hat jetzt eine Bilanz für das 2. Quartal übermittelt. Im Zeitraum von April bis Juni gab es 125 Einsätze für Fundtiere.

Neben Hunden, Katzen und Kaninchen war die breite Palette der gefiederten Haustiere vertreten, so wie Schlangen, Bartargame, Schildkröten, Meerschweinchen und Hamster. An Halter zurückgeführt werden konnten 53 Tiere.

Nicht alltäglich waren zwei Fund-Agaponiden. Es handelt sich um eine kleine Papageienart, man nennt sie auch Unzertrennliche, da sie ihrem Partner ein Leben lang verbunden bleiben. Als Einzeltier sollten sie nicht gehalten werden, da sie ohne Partner sehr unglücklich sind. Einer wurde glücklicherweise vermisst und das zweite Tier dreht bereits Flugrunden in neuer Gesellschaft. Alle sechs aufgenommenen Fund-Wellensittiche und ein Kanarienvogel flattern schon in neuen Gehegen. Der Juni stand im Zeichen des Nymphensittichs. Vier Tiere, zeitlich unabhängig voneinander gesichtet, ließen sich einfangen, drei davon warten noch auf ein neues Volieren-Angebot.

Fast alle alleine aufgefundenen Hunde konnten zeitnah oder nach kurzem Aufenthalt im Tierheim an die Halter übergeben werden. Nur Lupo – ein Entlebucher Sennenhund oder Sennen-Mix – wurde offensichtlich nicht vermisst. Für alle im Moerser Tierheim vollkommen unverständlich, denn Lupo ist eine Seele von Hund. Gerne hat man ihn in eine Familie ziehen lassen, die sich in sein unkompliziertes und liebevolles Wesen verliebt hat. Auch besonders war die Vermittlung der schildpatt-farbenen Fundkatze „Ginger“. Als selbstbewusste Katze hatte sie sich gleich zwei entzückende Kater als Gefährten ausgesucht. Nach einiger Zeit fand das „Dreigestirn“ gemeinsam ein neues Zuhause.

Am meisten Sorgen bereitete die kleine schwarze Fundkatze „Miri“, die Ende April im Schönwasserpark im Gebüsch gefunden wurde, nach Luft ringend und mit Eiterausfluss aus der Nase. Medikamente brauchen immer eine Zeit, bis sich ihre Wirkung zeigt, doch bei Miris Zustand und ihrer ständigen Atemnot viel es sehr schwer, geduldig zu bleiben. Leider verbesserte sich ihr Zustand nicht nachhaltig. Eine aufwendige Untersuchung brachte ans Licht: Miri litt unter riesigen Polypen. Direkt nachdem diese entfernt waren ging es ihr viel besser. Noch wird sie am Auge behandelt, aber gemessen an dem, was hinter ihr liegt, ist das eine Kleinigkeit. Die kleine Kämpferin hat ein behütendes Zuhause so sehr verdient. Von den im 2. Quartal aufgenommenen Fundtieren suchen zwei Jungkatzen noch ein verständiges Zuhause mit Freigang: der rot getigerte Kater „Tarzan“ und die schwarze Katze „Mimmie“, die im Tierheim drei kleine Wonneproppen aufgezogen hat.

Birgit Mühlberger, Stellvertretende Vorsitzende im Tierschutzverein Moers, beschreibt die Hintergründe für das Engagement: „Für Tierhalter ist das Fernbleiben des Hautieres und die Ungewissheit, ob man es wiederfindet, eine schreckliche Situation. Dank gebührt den vielen Mitmenschen, die Anteil an den Geschehnissen um die aufgenommenen Fundtiere und bei Meldungen über vermisste Tiere nehmen“. Sie helfen aus Empathie durchs Verbreiten in sozialen Netzwerken und sogar durch aktive Suche. Aber jeder Tierhalter kann auch selbst Vorsorge treffen. „Chip und Registrierung gehören zu einer verantwortungsvollen Tierhaltung einfach dazu und zudem ist es immer noch die sinnvollste und erfolgversprechendste Methode, die dem Tier schnellst möglich den Weg nach Hause ebnet“, so Mühlberger.

Das Moerser Tierheim befindet sich im Stadtteil Hülsdonk in ländlicher Umgebung Am Peschkenhof 34, rund 500 Meter vom Autobahnkreuz Moers entfernt. Von der Krefelder Innenstadt ist es in 20 Minuten mit dem Auto zu erreichen.