Krefeld benennt keine zusätzlichen Wohnbauflächen

Bauland-Grundstücke-Krefeld

Keine zusätzlichen potentiellen Wohnbauflächen wird die Stadt Krefeld zur ersten Änderung des Regionalplans Düsseldorf melden. Das hat der Krefelder Stadtrat beschlossen. Bis Ende September 2019 läuft das Beteiligungsverfahren unter Leitung der Bezirksregierung Düsseldorf, bei dem Kommunen, Institutionen und Personen zu den Planungen eine Stellungnahme abgeben können.

„Der Rat fordert den Regionalrat Düsseldorf wie bereits im Planungsausschuss beschlossen auf, im weiteren Prozess der Regionalplanung die vorgeschlagenen Gebiete nicht aufzunehmen“, so der Beschluss. Oberbürgermeister Frank Meyer hatte sich im Vorfeld deutlich gegen die Ausweisung zusätzlicher Wohnbauflächen zur Änderung des Regionalplanes ausgesprochen und darauf verwiesen, dass die Stadt mit den bestehenden Planungen und Planungsgebieten bereits die Entwicklung von über 6000 Wohneinheiten verfolge und damit die Stadtverwaltung in den nächsten Jahren ausreichend beschäftigt sei.

„Der Rat der Stadt Krefeld findet den Ansatz des Regionalrates generell nachvollziehbar, das Problem der starken Zuwanderung und des damit verbundenen Mangels an bezahlbarem Wohnraum auf regionaler Ebene lösen zu wollen. Diesem Ansatz wird die Stadt Krefeld bereits durch den 2015 in Kraft getretenen Flächennutzungsplan (FNP) gerecht“, heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung.

Insgesamt sechs Flächen im Krefelder Stadtgebiet standen für eine Darstellung als sogenannter Allgemeiner Siedlungsbereich für die Bezirksregierung zur Diskussion. Im Einzelnen waren dies Obergplatz (Horkesgath; Ottostraße); Kliedbruch (Moerser Straße; Hökendyk); Elfrath (nördlich Rather Straße); Hüls von-Harff-Straße; Kliedbruchstraße; Oppum (südlich Hauptstraße).

In der Begründung zur ersten Änderung des Regionalplans Düsseldorf wird der Bedarf an Wohneinheiten für die Stadt Krefeld bis zum Jahr 2040 auf rund 9300 beziffert. Diese Größenordnung wird jedoch schon durch die heutige Planung erreicht. Das Potenzial an Wohneinheiten in größeren Nachverdichtungsflächen (mit mehr als 20 Wohneinheiten) beläuft sich auf rund 2900 Wohneinheiten. Hinzu kommen etwa 750 Grundstücke unterschiedlicher Größe im sogenannten Krefelder Baulandkataster, die sofort einer Bebauung zugeführt werden können. Darüber hinaus stehen die im Flächennutzungsplan der Stadt Krefeld dargestellten neuen Wohnbauflächen in einer Größenordnung von rund 120 Hektar zur Verfügung. „Bei einer Mischung zwischen Reihenhäusern und Geschosswohnungsbau mit einer Dichte von 50 Wohneinheiten pro Hektar ergibt sich hierallein ein Potential von 6000 Wohneinheiten“, macht die Stadt Krefeld deutlich.

Auch betrage der Anteil der Bauflächen an der Gesamtfläche Krefelds im aktuellen Flächennutzungsplan bereits rund 44 Prozent. Damit werde der Forderung aus dem politischen Raum entsprochen, dass der Anteil der bebauten Flächen, das heißt der Wohnbau- und gemischten Bauflächen, der Industrie- und Gewerbeflächen, der Sonderbau-, der Gemeinbedarfs- sowie der Verkehrsflächen, nicht mehr als die Hälfte der Gesamtfläche der Stadt Krefeld betragen solle. Angesichts dieser Situation vertritt der Rat der Stadt Krefeld die Auffassung, dass in Krefeld derzeit auch mittelfristig in genügendem Umfang Wohnbauflächen entwickelt werden können, um einen ausreichenden Beitrag zur Bewältigung der geschilderten Zuzugsprobleme auf regionaler Ebene zu leisten.

Beschlossen hat der Stadtrat außerdem, dass die Verwaltung im weiteren Verfahren der Regionalplanung den Planungsausschuss kontinuierlich über den Sachstand informiert – und die Stadtverwaltung darstellt, auf welcher fachlichen Grundlage die Krefelder Flächen definiert worden waren und wer daran beteiligt war.

Hintergrund:

Für die Rheinschiene im Bereich der Stadt Krefeld wird künftig mit einem starken Bevölkerungszuzug gerechnet. IT NRW prognostiziert allein für die Stadt Düsseldorf bis zum Jahr 2040 eine Bevölkerungszunahme von 14 Prozentpunkten also rund 90.000 Personen. Das Problem der Schaffung beziehungsweise Ausweisung der erforderlichen Wohnbauflächen kann nicht auf lokaler Ebene, der Ebene einer einzelnen Kommune gelöst werden. Vielmehr sind hierbei regionale Lösungen gefragt.

Damit ist die Planungsebene des Regionalplans Düsseldorf angesprochen, für dessen Aufstellung und Änderung der Regionalrat Düsseldorf zuständig ist und der im System der Planungsebenen über den Flächennutzungsplänen der Kommunen angesiedelt ist. Der Regionalplan Düsseldorf ist zwar erst seit April 2018 gültig, während des Aufstellungsverfahrens war jedoch schon erkennbar, dass die im neuen Regionalplan ausgewiesenen Allgemeinen Siedlungsbereiche (ASB) nicht angesichts des erwarteten Bevölkerungswachstums ausreichen würden.

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat die hierfür möglichen Flächen einem Bewertungsverfahren unterzogen, um die regional am besten geeigneten Flächen auszuwählen. Dabei spielten folgende Kriterien / Kategorien eine Rolle: Verkehrsaufwand /-belastung minimieren, Ökologische Konfliktvermeidung, Infrastruktur beachten, Städtebauliche Umsetzung, Ausbaupotential, entsprechende vorliegende Planungen.