Neuer Stadtwald-Spielplatz soll größer als gedacht werden

Spielplatz-Krefeld-Kinder

Die Sanierung des Spielplatzes im Stadtwald nimmt endgültig Fahrt auf, und zwar größer als ursprünglich geplant. Nun sind 920.000 Euro für die komplette Maßnahme veranschlagt, 450.000 Euro davon kommen durch eine Förderung aus dem Programm „Soziale Integration im Quartier“. Die Stadt trägt demnach 470.000 Euro.

Für den Neubau stand ursprünglich eine Summe von etwa 180 000 Euro zur Verfügung. Doch schon der Vorentwurf schoss darüber hinaus, von 300.000 bis 400.000 Euro war die Rede, ehe sich die politischen Gremien im Frühjahr 2018 auf 500.000 Euro einigten.

Die Bezirksvertretung Ost hat die neu aktualisierte Erneuerung schon beschlossen, der Jugendhilfe-Ausschuss empfahl nun die planerische Weiterentwicklung des Spielplatzes und der Jugendbereiche sowie die Umsetzung der Planung. Der Ausschuss für Umwelt, Energie, Ver- und Entsorgung sowie Landwirtschaft soll nun am 1. Oktober endgültig das grüne Licht geben.

Die Planung würde den Seidenfabrikanten Wilhelm Deuß (1827-1911) sicherlich freuen. Der Seidenbaron schenkte zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Stadt ein seinerzeit 35 Hektar großes Areal und Geld zur Anlage eines Volksparks mit dem Ziel, einen Freiraum zu schaffen, der die Bedürfnisse der Bevölkerung nach Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten erfüllt. Heute ist der Stadtwald 120 Hektar groß, ein zentraler Treffpunkt ist die große Wiese im süd-westlichen Teil. Auf ihr und an ihren Rändern sollen nun vier Bereiche geschaffen werden: Ein Spielplatz, zwei Bereiche für Jugendliche und Sitzmöglichkeiten am Weiher. Dass Bereiche für Jugendliche und Erwachsene eingebunden werden, war ein Ergebnis der Beteiligung der Öffentlichkeit und des Jugendbeirates. Vor den kommenden Sommerferien soll der Umbau abgeschlossen sein.

„Der schönste in Krefeld, NRW und vielleicht auch Deutschlands!“

„Wenn der Spielplatz und die weiteren Flächen fertig sind, wird er der schönste in Krefeld sein, vielleicht sogar in NRW und Deutschland“, so Jugend-Dezernent Markus Schön bei der Vorstellung der Pläne. „Das Wichtigste: Er ist nicht nur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem Umfeld gedacht, sondern für alle Krefelder.“

Kinder können sich auf einen zweigeteilten Spielplatz freuen, der sich bis in den Wald streckt. Zudem werden weitere Bäume für schattige Plätze gepflanzt. Am Quellstein darf gematscht und experimentiert werden und mehrere Schaukeln laden zum Verweilen ein. Auf Trampolinen kann gehüpft werden. Größter Wunsch der Kids waren jedoch Klettermöglichkeiten. Und die gibt es dann zuhauf. „Die Kinder können auf dem Klettergerät aus 75 bis 100 Baumstämmen, dem Baumstangenmikado, an ihre Grenzen gehen. Sie werden hier aber sicher klettern, keiner muss Angst haben. Im Wald sollen sie sich dreckig machen dürfen und die Natur erleben“, so Birgit Luttkus vom Kinder- und Familienbüro.

Baukosten betragen 679.000 Euro

Jugendliche können sich auf zwei separate Bereich freuen, die am westlichen Rand der Wiese angelegt werden. Hier können sie Sport treiben oder einfach nur „chillen“. Es gibt ein Spielfeld für Volleyball und Badminton sowie Tischtennisplatten und zahlreiche Möglichkeiten, Netze, Hängematten oder Slacklines zu spannen. In einem Spielecontainer werden Materialien untergebracht sein. Für Erwachsene sind zahlreiche Möglichkeiten geplant, um auf Bänken am Weiher zu sitzen und den Blick schweifen zu lassen. Am Abend wird der Uferbereich beleuchtet sein. Es ist geplant, den Spielplatz auch mit barrierefreien Spielangebote auszustatten, so dass Kinder mit unterschiedlichen körperlichen Fähigkeiten am Spiel teilhaben können. Weitere Spielangebote können mit Unterstützung genutzt werden. Zudem wird ein Weg zur barrierefreien Erschließung der Spielbereiche angelegt.

Die Baukosten für die Spielbereiche der Kinder bis 13 Jahren betragen für alle geplanten Erneuerungen zusammen 679.000 Euro, für die Spielbereiche der Jugendlichen sind weitere 100.000 Euro veranschlagt, für die Landschaftsarchitekten für die Beauftragung weiterer Planungsphasen kommen 132.000 Euro hinzu und für zusätzliche Untersuchungen 9000 Euro.