Krefelder Preis für Fantastische Literatur geht in Entscheidungsphase

Buch-Lesung-Krefeld

Die Stadt Krefeld verleiht 2021 erstmals den mit 10.000 Euro dotierten „Krefelder Preis für Fantastische Literatur“. Fast 160 Verlage und Autoren haben sich für den Preis beworben, der in Form eines zwölfseitigen Würfels (Pentagondodekaeder) übergeben wird.

„Neben Deutschland und Österreich sind auch Bewerbungen aus der Schweiz und Norwegen eingegangen“, berichtet Dr. Jennifer Morscheiser, Jurymitglied und Leiterin des Museums Burg Linn. In der mittelalterlichen Festung finden seit knapp zwei Jahren zusammen mit dem Fantasy-Bestsellerautor Bernhard Hennen als Moderator regelmäßig Lesungen zu dem Genre statt.

Mit weiteren Veranstaltungen zu dem Thema hat sich Burg Linn zu einem Fan-Zentrum dieser Literaturszene entwickelt. Mit dem neuen Preis würdigt die Stadt Krefeld herausragende Romane oder Graphic Novels in deutscher Sprache, die sich mit Märchen, Sagen, Fantasy, Science-Fiction und anderen Inhalten der Fantastik beschäftigen. Die Entscheidungsphase beginnt nächste Woche mit der Erstellung einer Longlist.

Die meisten Einsendungen innerhalb Deutschlands kommen aus Berlin und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt haben 82 Autorinnen ihre Arbeiten eingereicht, 67 Autoren und fünf gemischte Schreiberteams. Davon konzentrieren sich mit Abstand (81 Prozent) auf den Bereich Fantasy und 19 Prozent auf Science-FictionGeschichten.

Die Untergenres spannen einen Bogen von Nordischer Fantasy (7) bis zur „High-Fantasy“ (35) und beinhalten auch kriminalistische Fälle (10) und romantische Storys (13). Der jüngste Teilnehmer ist 22 Jahre alt, der älteste stammt aus dem Jahrgang 1943. Von allen Wettbewerbern veröffentlichen 24 Prozent ihre Bücher selbst, die übrigen schreiben für einen kleinen, mittel- oder großen Verlag. Rund 40 Prozent der Autoren leben hauptberuflich vom Schreiben, die Mehrheit (60 Prozent) widmet sich nebenberuflich dem Verfassen von Geschichten.

Nach der Erstellung der Longlist soll bis Ende November die Shortlist folgen. Der Preisträger wird im Januar 2021 bekanntgegeben. Wegen der Pandemie ist die eigentliche Preisverleihung für Mai 2021 vorgesehen.