Krefelder Feuerwehr ist für Corona-Notfall aufgestellt

Feuerwehr-Krefeld-Einsatz-Feuerwehrauto

Die Notfallpläne liegen bereit, mussten bislang aber nicht aus der Schublade geholt werden. Auch wenn es in Reihen der Krefelder Feuerwehr bereits Corona-Infektionen gab, gerät das System dank eines seit März funktionierenden Konzeptes nicht ins Wanken.

Das Konzept basiert darauf, dass sich die jeweiligen Mitarbeitergruppen des 24-Stunden-Dienstes bei der morgendlichen Ablösung nicht oder nur aus gesicherter Entfernung begegnen. So sind beispielsweise die Umkleidekabinen und die Sozialräume nur noch getrennt nach Gruppen zu betreten. Die im Rettungsdienst eingesetzten Mitarbeiter sind generell von den Kräften der Feuerwehr räumlich getrennt. Die Tischbesetzung in den Pausen ist strikt gesondert nach Fahrzeugbesatzung. Auch ist der gesamte Übungsdienst aus Infektionsschutzgründen auf ein absolutes Mindestmaß begrenzt worden.

„Alle Mitarbeiter tragen grundsätzlich Mund-Nasen-Schutz auf den Wachen. Die allseits bekannte AHA-L Regel, also Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen sowie regelmäßiges Lüften, wird von allen großgeschrieben“, schildert Feuerwehrsprecher Christoph Manten. Auf den Einsatzfahrzeugen werde ebenfalls mindestens Mund-Nasen-Schutz getragen, im Rettungsdienst und bei Einsätzen in Alteneinrichtungen, Pflegeheimen und Krankenhäusern ist es sogar eine FFP 2- Maske.

Bei der Pandemie handelt es sich um ein dynamisches Geschehen, dessen Entwicklung kaum seriös vorhersehbar ist. Mehrmals täglich werden deshalb die Zahlen im internen Meldesystem überprüft, um eine Ausbreitung innerhalb der Feuerwehr möglichst früh zu erkennen und bestenfalls zu stoppen oder um zumindest eingrenzend reagieren zu können. Dieses System wird durch den Ärztlichen Leiter Dr. Andre Wiegratz maßgeblich unterstützt und begleitet.

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch zu einer großflächigen Ausbreitung des Virus in der Hauptfeuerwache kommen, könnte in den Wachen der Freiwilligen Feuerwehr in Oppum und Hüls ad hoc eine Staffelbesatzung mit sechs Kräften einen Schichtersatzdienst aufnehmen. „Diese Maßnahme haben wir vorausschauend ergriffen, um bei einer durch Corona-Infektionen eingeschränkten Einsatzbereitschaft der Berufsfeuerwehr dennoch möglichst schlagkräftig einsatzbereit zu bleiben. Ein großes Lob und ein großer Dank gehen dabei an die Kameraden unserer Einheiten in allen Stadtteilen, die für diesen Fall auch bereits einen eigenen Schichtdienstplan vorbereitend entworfen haben. Diese Pandemie zeigt abermals sehr deutlich, wie bedeutsam und unverzichtbar das Ehrenamt in unserer Stadt ist“, so Manten.

Lobende Worte hat er auch für die Kollegen der Berufsfeuerwehr: „Die Dienstplangestaltung ist so angepasst worden, dass eine möglichst kontinuierliche Wachstärke gewährleistet bleibt. Dies erfordert einen zuweilen enormen Planungsaufwand. Außerdem gelingt dies aktuell auch dank der großen Flexibilität und Bereitschaft der Mitarbeiter.“ Bei der Krefelder Feuerwehr sind 168 Mitarbeiter im 24-Stunden-Dienst beschäftigen, 27 in der Leitstelle, 22 im Führungsdienst und 26 in der Verwaltung. Zu den insgesamt 243 Kameraden kommen 207 in den Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr. Zusätzlich sind neben der Feuerwehr im Rettungsdienst 120 Mitarbeiter auf acht Rettungswagen und vier Krankentransportwagen eingesetzt. Hinzu kommt das notärztliche Personal mit rund 100 Ärzten.