Grüne wollen die zügige Umsetzung des Mobilitätskonzepts

Straßenbahn-Krefeld

Trotz einiger Kritik begrüßen die Krefelder Grünen den Entwurf des Mobilitätskonzepts 2030+, in dem aus ihrer Sicht viele Maßnahmen enthalten sind, die den Weg zur Verkehrswende ebnen könnten.

„Kritisch sehen wir nach wie vor, dass an Straßenerweiterungen wie der Südumgehung Fischeln und der Nordumgehung Schicksbaum festgehalten wird“, so die mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen, Ratsfrau Ana Sanz. Ganz grundsätzlich binde allerdings jeder Neubau von Straßen sehr hohe personelle und finanzielle Ressourcen, die sehr viel sinnvoller für den Ausbau von Radwegen, des öffentlichen Nahverkehrs und die Sanierung des maroden städtischen Straßennetzes eingesetzt werden sollten.

„Ebenso wenig halten wir vom Neubau teurer Straßenbahnlinien im Außenbereich, mit denen neue Wohn- und Gewerbegebiete auf der grünen Wiese erschlossen werden sollen“, so Sanz weiter. Hauptziel des öffentlichen Nahverkehrs soll es sein, die Anbindung vorhandener Quartiere in der Innenstadt und in den Stadtvierteln zu verbessern und deren Qualität zu erhöhen.

Die Bereiche Rad- und Fußverkehr des Mobilitätskonzeptes sehen die Grünen als sehr gelungen an. Auch die Vorschläge zur Innenstadt seien überzeugend. „Deren Umsetzung wäre ein sehr großer Wurf, der die Wohn- und Aufenthaltsqualität ganz wesentlich verbessern würde“, glaubt die Grüne, die auch deswegen hoffnungsvoll dem noch für dieses Jahr versprochenen Umsetzungskonzept entgegensieht, das eine Priorisierung der Maßnahmen, einen Stufenplan und den finanziellen und personellen Bedarf festlegen wird.

„Dann aber muss es losgehen“, fordert Sanz. In den Schubladen der Stadt sei kein Platz mehr für nicht realisierte Konzepte.

Mit einem Punkt könne sogar schon jetzt begonnen werden: Wenn mehr Grün und mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger in der Innenstadt gewollt sei, brauche es Lösungen, wie der ruhende Verkehr verlagert werden könne. „Genau dafür wollen wir noch in diesem Jahr eine neue Stelle in der Stadtverwaltung, die sich ausschließlich mit diesem Thema und allen damit zusammenhängenden Fragen beschäftigen soll“, so Sanz. Dies reiche von der Umsetzung  und Fortschreibung  des seit Jahren erstellten Parkraumkonzepts für die Innenstadt bis hin zu Standorten für Quartiersgaragen und der Kooperation zwischen Anwohnern und Gewerbetreibenden, um vorhandene Parkräume besser zu nutzen.

Alles in allem habe die rege Beteiligung der Krefelder Bürgerschaft an den Workshops zum Mobilitätskonzept offenbart, dass die Mehrheit für eine nachhaltige Mobilität und ein anderes Stadtbild stehe. „Jetzt ist die Politik am Zug“, so Sanz abschließend.