Krefeld mit Chance auf Öffnungsschritte bei entsprechender Inzidenz

Foto: Stadt Krefeld
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Die Krefelder Stadtverwaltung ist vom Land Nordrhein-Westfalen als eine der Modellkommunen ausgewählt worden, in denen auf Basis einer unter dem Wert 100 liegenden Sieben-Tage-Inzidenz vorsichtige Öffnungsschritte getestet werden dürfen. Dies hat Stadtdirektor Markus Schön in der digitalen Corona-Pressekonferenz am Freitag mitgeteilt. Krefeld hatte sich gemeinsam mit der Stadt Mönchengladbach mit einem Konzept beworben, das testweise Öffnungen in bestimmten Bereichen von Kultur und Sport vorsieht. In Krefeld sollen diese vorsichtigen Öffnungsschritte laut Land NRW ab 26. April möglich sein, sofern die Sieben-Tage-Inzidenz dann unter dem 100er-Grenzwert liegt. In Absprache mit dem NRW-Wirtschaftsministerium muss die Stadtverwaltung nun die Details klären, die zum Zeitpunkt der Pressekonferenz vom Land noch nicht übermittelt worden waren.

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Sicherheit weiterhin das oberste Prinzip

„Wir freuen uns, dass unsere Bewerbung mit Mönchengladbach gewürdigt wird“, sagte Stadtdirektor Markus Schön. Er machte gleichzeitig aber deutlich, dass Sicherheit weiterhin das oberste Prinzip sei und kritisierte dahingehend, dass nach seinem Verständnis die Entscheidungen auf Landesebene nachvollziehbar gefällt werden müssten. Während die Schulen nach den Osterferien nicht in den kompletten Wechselbetrieb übergehen können, werden gleichzeitig Öffnungsschritte an anderer Stelle möglich. „Die Landesregierung muss die Coronapolitik synchroner gestalten“, forderte Markus Schön.

Testen, testen, testen

Am Vormittag hatte in einer Sondersitzung auch der Krefelder Schulgipfel mit Vertretern der Schulformen getagt. Der auch für den Bereich Bildung zuständige Stadtdirektor Markus Schön machte im Nachgang deutlich, dass trotz des um eine Woche verschobenen Wechselunterrichts mit einiger Belebung in den Schulen schon ab der kommenden Woche zu rechnen sei, weil es in den Klassen eins bis sechs das Angebot einer Notbetreuung geben muss. Deshalb ist festgelegt worden, dass das an den Schulen tätige Personal zweimal pro Woche getestet wird. Markus Schön appelliert auch an die Eltern, die in Notbetreuung befindlichen Kinder ebenfalls zweimal pro Woche testen zu lassen – etwa über die in Krefeld möglichen Bürgertests in den Schnelltesteinrichtungen. Diese sind im Internet buchbar unter www.krefeld-testet.de. „Wer das Angebot der Notbetreuung wahrnimmt, soll sicherstellen, dass das Kind ein negatives Testergebnis hat“, sagte Markus Schön.

Im Bereich der Kindestagesstätten geht der eingeschränkte Regelbetrieb mit reduzierter Stundenzahl weiter. Als erweiterter Schutz wird die Stadt Krefeld dort in einer Allgemeinverfügung festlegen, dass das Kita-Personal verpflichtend FFP2-Maske zu tragen hat. Pro Kind erhalten die Kita-Eltern laut Land NRW in der kommenden Woche außerdem zwei Selbsttests, die zu Hause vorzunehmen sind. In Krefeld wird in einer Allgemeinverfügung festgelegt, dass das Gesundheitsamt über die Ergebnisse der Selbsttests informiert werden muss. „Unser Gesundheitsamt muss einen Überblick über die Infektionslage haben“, betonte Markus Schön.

30.000 Bürgertests, davon 150 positiv

Krefelds Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen konnte in der Pressekonferenz von den Ergebnissen der Laboruntersuchungen bezüglich der Mutanten berichten: Von 301 im Zeitraum 27. März bis 2. April eingereichten Laborproben wegen einer Corona-Infektion wiesen 162 auf die britische Variante hin, fünf auf die südafrikanische Variante. Rund 55,6 Prozent der Corona-Infektionen für diesen Zeitraum gehen somit auf diese beiden Mutanten zurück. 30.000 Bürgertests sind bisher insgesamt vorgenommen worden, 150 wiesen ein positives Ergebnis aus. „Das ist immer noch eine niedrige Quote, aber es ist gut, dass wir auf diese Weise Infektionen erkennen können“, sagte Sabine Lauxen.

Die Gesundheitsdezernentin konnte auch berichten, dass ab sofort auch die 77-Jährigen und 78-Jährigen mit ihren Partnern Anspruch auf einen Impftermin haben. Die Telefone der Kassenärztlichen Vereinigung unter 116117 und das Anmeldeportal www.116117.de sind dafür nun freigeschaltet. Entsprechende Schreiben hat die Stadtverwaltung am Freitag verschickt.

4.000 Anträge auf priorisierte Impfung

Die Gesundheitsdezernentin berichtete auch von den aktuell unter „Hochdruck“ laufenden Bemühungen, die Gruppe der Hochrisikopatienten mit Impfterminen zu versorgen. In den vergangenen Wochen seien schon große Fortschritte erzielt worden. Durch weitere zur Verfügung stehende Impfstoffmengen wird es jetzt schneller möglich sein, die Terminierungen für diese wichtige Prioritätsgruppe zeitnah vorzunehmen. Rund 4.000 Anträge auf priorisierte Impfung wegen Vorerkrankung oder zum Beispiel als pflegende Angehörige sind inzwischen bei der Stadtverwaltung schriftlich eingegangen, ergänzt um entsprechende ärztliche Atteste. „Die Prüfvorgaben wurden in den vergangenen Wochen bereits erheblich erleichtert, dennoch bedeutete das Terminmanagement bei dieser Fülle von Anfragen eine Herausforderung“, sagt Sabine Lauxen. Die personellen Strukturen seien weiter angepasst worden – Stadtverwaltung und DRK arbeiten gemeinsam am Terminmanagement. Alle jetzt noch offenen Anfragen sollen in den kommenden Tagen beantwortet werden, sofern ein Anspruch besteht. Sabine Lauxen hat in dieser Woche für einige Stunden auch persönlich das Telefon-Team unterstützt, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Ich wollte ein Gefühl bekommen, wie die Lage ist.“

Eine Alternative zur Impfung im Impfzentrum ist die beim Hausarzt. Seit dem 6. April können sich Vorerkrankte mit entsprechender Priorisierung beim Hausarzt impfen lassen.

Aktuell impfberechtigt sind Personen, die eine Vorerkrankung nach § 3, Absatz 1, in der Coronavirus-Impfverordnung haben. Dazu gehören Personen mit Trisomie 21, Personen nach Organtransplantation, Personen mit Diabetes mellitus oder chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen. Detailliert aufgeführt sind die Personengruppen unter diesem Link: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-informationen-impfung/corona-impfverordnung-1829940. Da auch der Stadt Krefeld immer noch eine begrenzte Zahl an Impfdosen zur Verfügung gestellt wird, können nicht alle berechtigten Personengruppen sofort geimpft werden.

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