„Luke läuft“ durch Krefeld: Von Neugier, Risiko und wilden Tieren

Luke läuft...über die Gatzenstraße. Foto: Stadt Krefeld

Wenn Luke auszieht, um unbekanntes Territorium zu erkunden, dann ergeht es ihm wie allen Abenteurern in der Menschheitsgeschichte: Er spürt Neugier, Ratlosigkeit und Beklemmung, verliert die Orientierung, muss ungeahnte Risiken auf sich nehmen und begegnet wilden Tieren – zumindest jenen, die auf den Weiden rund um Krefeld anzutreffen sind. In „Luke läuft“, dem neuen Online-Format des Stadtmarketings, wird der 28-jährige Kommunikationsdesigner Lukas Prangen an zufällig ausgewählten Straßenkreuzungen im Krefelder Stadtgebiet ausgesetzt und spaziert einfach los. Am Ende seiner Tour muss er an den Ausgangspunkt zurückfinden. Daraus entstehen fünf- bis siebenminütige Filme voller unbekannter Einblicke, überraschender Funde und spontaner Begegnungen.

Die Idee zur sechsteiligen Serie entstand vor rund einem Jahr bei den Dreharbeiten zum „Krefelder Kultomat“. In der ungewöhnlichen Talkshow hatte auch Lukas Prangen, damals noch Student an der Hochschule Niederrhein, auf dem Sofa Platz genommen und erzählte dort von seinen Erkundungsgängen durch die Stadt, in der er zwar schon seit acht Jahren lebt, die ihm aber in weiten Teilen unbekannt geblieben ist – zumindest bis jetzt. „Wir haben ihn daraufhin zum Gespräch eingeladen, und nach fünf Minuten war das gemeinsame Konzept klar: Es sollte um zufällige Spaziergänge gehen, um neue Blickwinkel auf unsere Stadt, begleitet von einer Kamera. Das passt perfekt zum ‚Krefelder Perspektivwechsel‘, und es passt ja auch irgendwie in diese seltsame Zeit,“, sagt Claire Neidhardt, Leiterin des Stadtmarketings, die das Projekt mit ihrer Kollegin Anika Kern betreut.

Mit verbundenen Augen zum Startpunkt

Am Anfang jeder Folge wird Lukas Prangen mit verbundenen Augen zu seinem Startpunkt gefahren und ist ab diesem Moment auf sich allein gestellt. Begleitet wird er hinter der Kamera von zwei ehemaligen Kommilitonen, mit denen er kürzlich im Pionierhaus in der Alten Samtweberei ein Unternehmen gegründet hat. „Die kannten bislang auch nur den Weg vom Hauptbahnhof zur Uni“, sagt Lukas Prangen, der sogar an touristisch beliebten Orten wie dem Greiffenhorstpark in Linn noch Neuland vorfand. „Als ich meiner Mutter davon erzählt habe, meinte sie nur: ‚Wie, das kanntest du nicht, du Trottel?'“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Dass die sechs Episoden so kurzweilig und sympathisch geworden sind, hat viel mit dem jungen Hauptdarsteller zu tun. Mit spontanem Witz und Selbstironie lässt sich Lukas Prangen durch wenig bekannte Straßenzüge Krefelds treiben, analysiert mit wachen Augen seine Umgebung und kommt ungezwungen mit Menschen ins Gespräch. „Ich habe gedacht, ich kenne die Stadt besser“, gibt er offen zu. „Aber in Fischeln habe ich mich zum Beispiel fast vollständig verlaufen. Irgendwie war es auch richtig schön, so aufgeschmissen zu sein.“

Wer die ungewöhnlichen Wege von „Luke läuft“ nachverfolgen möchte, erhält Orientierung über eine kleine eingeblendete Karte in den Filmen, kann sich aber auch die kompletten GPX-Daten jeder Tour herunterladen. Außerdem ruft das Stadtmarketing dazu auf, selbst kleine Spaziergänge im Format von „Luke läuft“ zu entwickeln und per E-Mail an anika.kern@krefeld.de zu senden. Ein kurzer Trailer und die erste Episode der Serie sind bereits online zu finden, sowohl auf den Social-Media-Kanälen als auch unter www.krefeld.de/de/stadtmarketing/luke-laeuft/. In den kommenden fünf Wochen geht jede Woche eine neue Folge online.