Platz der Wiedervereinigung erstrahlt in neuem Glanz

Blick auf den neu gestalteten Platz der Wiedervereinigung. Foto: Stadt Krefeld

Der Platz der Wiedervereinigung bietet nun wieder Aufenthaltsqualität für die Krefelder Bürger als attraktive Fläche im Südbezirk. Oberbürgermeister Frank Meyer und Andreas Horster, Vorstand des Kommunalbetriebs Krefeld (KBK), haben den sanierten Platz jetzt der Presse vorgestellt und dabei auf viele Neuerungen verweisen können. Der Zuspruch der Bürger zeigte an diesem Tag, dass die neu gestaltete Fläche mit wertvollem Stadtgrün und einer Brunnenanlage als zentralem Gestaltungselement wertgeschätzt wird.

Sanierung kostet 700.000 Euro

In den 1990er-Jahren war die Fläche zwischen Hauptbahnhof und Fabrik Heeder angelegt worden und hatte zuletzt nach rund 30 Jahren deutlich Schaden genommen. Die Bäume waren in schlechtem Zustand, die Stufenanlage wies Schäden auf, der Brunnen zeigte Mängel, technische Anlagen waren überholungsbedürftig. Der Krefelder Rat beschloss im Dezember 2015, dass der Platz der Wiedervereinigung saniert werden soll. Anfang vergangenen Jahres konnten erste Schritte erfolgen. Der KBK hat die Fläche als Eingangstor in den Südbezirk am Bahnhof jetzt erheblich aufgewertet. Rund 700.000 Euro hat die Sanierung gekostet, 90 Prozent davon sind durch Fördergelder finanziert worden.

Bei der Vorstellung des neuen Platzes verwies Oberbürgermeister Frank Meyer auf den hohen Wert, den der Platz der Wiedervereinigung für die Anwohner des Umfeldes habe. Er sei das Eingangstor zum Südbezirk, der sich „in atemberaubendem Tempo“ verändere. Frank Meyer stellte die Entwicklung der Fläche im Kontext der größeren Projekte des Umfeldes dar. Auf dem benachbarten Willy-Brandt-Platz direkt am Südausgang des Hauptbahnhofs werden Bürogebäude errichtet, der Hauptbahnhof werde saniert, eine Mobilstation entstehe unweit der Krefelder Promenade. Ganz in der Nähe wird aktuell auch eine baulich ansprechende Moschee errichtet. Frank Meyer erinnerte auch an die Historie des Platzes, der nach der Gestaltung zunächst namenlos blieb, ehe er am 2. Oktober 1990 am Tag vor der deutschen Wiedervereinigung die passende Bezeichnung „Platz der Wiedervereinigung“ erhielt. Frank Meyer baute in seiner Rede auch eine Brücke zum vereinten Europa, das in direkter Verbindung zur deutschen Einheit stehe.

KBK-Vorstand Andreas Horster erläuterte die Detailarbeiten, die in den vergangenen 14 Monaten gelaufen sind. Eine neue Deckschicht ist eingebracht worden, auf dem Platz wurden neue Bänke und Mülleimer aufgestellt. Der Brunnen ist saniert worden und wird nun auch neu beleuchtet. Teilweise hat der Platz neue Stufen erhalten. Rampen als Zugänge in Richtung Hauptbahnhof für mehr Barrierefreiheit sind eingebracht worden, dazu Leitstreifen. Sie führen Sehbehinderte jetzt über den Platz in Richtung Virchowstraße und zum Seniorenheim.

Einen besonderen Wert hat die Sanierung des Platzes für den Krefelder Baumbestand. Im November 2020 sind 52 neue Hochstämme, Schnurbäume, Sophora japonica der Sorte „Regent“, geliefert und eingepflanzt worden: Die Baumart gilt als besonders trockenheits- und hitzeverträglich. Der Standort Platz der Wiedervereinigung gilt durch die befestigte Fläche und das Stadtklima als herausfordernd. Zur dauerhaften Sicherung des Baumbestandes ist der Boden komplett neu hergerichtet worden. Krefeld setzt dabei einmal mehr auf das deutsch-niederländische Forschungsprojekt „TreeMania“. Die Schnurbäume auf dem Platz sind an eine automatische Bewässerung angeschlossen worden. Sensoren unter der Erde liefern Daten über die Gesundheit der Bäume und des Bodens.

650 Kubikmeter Boden ausgehoben

Andreas Horster erläutert, dass die Bestandsbäume früher stark gelitten hätten, da der Boden sehr verdichtet gewesen sei. Um die Standort- und Wuchsbedingungen zu verbessern, seien die Baumgruben großzügig erweitert worden, neues Baumsubstrat sei hinzugefügt worden. Insgesamt 650 Kubikmeter Boden sind im Bereich der Baumgruben ausgehoben worden. Ein Erhalt der alten Bäume war aufgrund des schlechten Zustandes aber nicht mehr möglich. Der KBK pflanzte allerdings abermals die gleiche Baumart, um die Gestaltung des Platzes nicht zu verändern. Der auf dem Platz der Wiedervereinigung stehende Schnurbaum gilt als besonders trockenheits- und hitzeverträglich. „Angesichts des Klimawandels sind Stadtbäume für das Mikroklima besonders wichtig“, erläuterte Oberbürgermeister Frank Meyer.

Andreas Horster schilderte weiter, dass die Stufenanlage zum Platz hin umfangreich gesäubert worden sei. Defekte Stufen seien ausgebaut und durch neue ersetzt worden. Dabei sei darauf geachtet worden, dass die Farbe den vorhandenen Stufen entspricht. Auch beim Brunnen waren starke Sanierungsmaßnahmen notwendig, wie Andreas Horster schilderte. Die Abdichtung des Wasserbeckens sei beschädigt gewesen. Eine neue Abdichtung wurde nötig. Die alte Beckeninnenbeleuchtung entfernte der KBK. Auch die marode alte Pumpentechnik ersetzte der Kommunalbetrieb.