Inzidenz unter 100: Diese Lockerungen kommen jetzt für Krefeld

Foto: Stadt Krefeld

In Krefeld gelten ab dem morgigen Donnerstag, 27. Mai, 0 Uhr, wegen der deutlich gesunkenen Sieben-Tage-Inzidenz die Regeln der Bundesnotbremse nicht mehr. Das Land NRW hat in einer Allgemeinverfügung nun festgestellt, dass an fünf aufeinander folgenden Werktagen die Sieben-Tage-Inzidenz für Krefeld unter 100 lag. Oberbürgermeister Frank Meyer wurde am Dienstag durch das Land NRW über die Festlegung und die damit verbundene positive Entwicklung informiert.

„Es geht in eine gute Richtung, das sehen wir mit Beruhigung“, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. Er wies gleichwohl darauf hin, dass der Wert von aktuell 77 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen immer noch deutlich höher sei als das, was im vergangenen Jahr als kritischer Wert wahrgenommen wurde. „Auch durch die Mutationen haben wir weiterhin eine hohe Grundlast, es ist alles noch nicht vorbei.“

Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen: Mit der jetzigen Feststellung des Landes und der Aufhebung der Bundesnotbremse kommt es zu verschiedenen Lockerungen für Krefeld, die ab Donnerstag, 0 Uhr, greifen. Die Ausgangsbeschränkungen fallen weg, bezüglich der Kontaktregeln gilt, dass fünf Personen aus zwei Haushalten sich treffen dürfen, dazu Kinder unter 14 Jahren. Im Krisenstab am Dienstagmorgen ist auch festgelegt worden, dass die Krefelder Regelung einer Maskenpflicht für Grünanlagen ab Donnerstag aufgehoben wird. Für die hochfrequentierten Fußgängerbereiche ist diese allerdings weiterhin gültig.

Schulen: Ab Montag, 31. Mai, kann an den Krefelder Schulen Unterricht wieder komplett in Präsenzunterricht stattfinden. Eine Masken- und Testpflicht gilt an den Schulen allerdings weiterhin. 30.000 Schüler gibt es in Krefeld insgesamt – abzüglich der Abschlussklassen würden also rund 28.000 Schüler ab dem kommenden Montag wieder durchgängig im Präsenzunterricht die Schulen besuchen.

Einzelhandel: Im Einzelhandel dürfen ab Donnerstag alle Geschäfte wieder öffnen. Geschäfte, die nicht Grundversorgung sind, dürfen aber nur mit negativem Testergebnis betreten werden. Es gilt eine Personenbegrenzung: Ein Kunde pro 20 Quadratmeter ist zulässig, eine Terminbuchung ist aber nicht mehr notwendig.

Gastronomie: Auch die Gastronomiebetriebe haben ab Donnerstag wieder die Möglichkeit, die Außenterrassen zu öffnen. Notwendig ist ein negatives Testergebnis, Abstände sind in jedem Fall auch in der Außengastronomie einzuhalten.

Kultur: Lockerungen gibt es auch für den Bereich Kultur. Die entsprechenden Institute treffen nun Vorkehrungen und werden die weiteren Schritte bekannt machen. Laut Coronaschutzverordnung sind nun Konzerte und Veranstaltungen im Freien möglich, mit max. 500 Personen und negativem Testergebnis sowie Sitzplan. Der Besuch von Kunstausstellungen, Museen und ähnlichen Einrichtungen wird mit vorheriger Terminbuchung möglich sein. Zulässig ist in geschlossenen Räumen maximal ein Besucher pro 20 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Gute Nachrichten gibt es für das Gemeinschafts-Theater Krefeld Mönchengladbach: Nach der erfolgreichen Wiedereröffnung in Mönchengladbach am Pfingstwochenende kann auch in Krefeld am 29. Mai nun der Theaterbetrieb nach einer insgesamt siebenmonatigen Pause wieder starten. Möglich ist dies, weil die Inzidenzzahlen in Krefeld rückläufig ist und Krefeld ebenso wie Mönchengladbach am Projekt „Modellkommunen“ des Landes NRW teilnimmt. Das Gemeinschaftstheater hatte unter Einhaltung der Corona-Regeln den Probenbetrieb aufrechterhalten, um startklar zu sein, wenn die pandemische Lage eine Öffnung zulässt. Vier Premieren und zahlreiche weitere Stücke stehen auf dem Programm des Krefelder Hauses, darunter „Meisterklasse“ mit Eva Spott als Maria Callas und die Uraufführung eines neuen Balletts mit dem Titel „Während wir warten“. Das Theater muss allerdings seine Platzkapazität reduzieren und bietet 170 Plätze an, in der Fabrik Heeder können 32 Plätze angeboten werden. Durch diese Regelung soll sichergestellt werden, dass alle notwendigen Abstände eingehalten werden. Vor einem Theaterbesuch muss ein negativer Bürgertest vorgelegt werden, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Auch Genesene sowie Geimpfte, deren zweite Impfung mindestens zwei Wochen abgeschlossen ist, sind willkommen. Im Theater sind die ganze Zeit – auch während der Vorstellung – FFP2-Masken zu tragen. Der Vorverkauf beginnt am 27. Mai, 10 Uhr, online auf www.theater-kr-mg.de sowie an der Theaterkasse. Auf der Website gibt es auch weitere Hinweise zum Programm.

Sport: Bezüglich des Sports werden ebenfalls Vorkehrungen getroffen. Die Ausübung von kontaktfreiem Sport auf Sportanlagen unter freiem Himmel mit bis zu 20 Personen ist möglich; Kontaktsport unter freiem Himmel in Gruppen ist möglich im Rahmen der Regelungen wie bei den allgemeinen Kontaktbeschränkungen sowie für Gruppen von bis zu 20 Kindern bis einschließlich 14 Jahre. Die Stadt bereitet sich auch darauf vor, dass die Schwimmbäder wieder öffnen können. Sie dürfen zur Sportausübung öffnen, ohne die Nutzung der Liegewiese. Besucher müssen ein negatives Testergebnis vorlegen. Aktuell laufen alle notwendigen Vorarbeiten in der Sportverwaltung. Im Bereich Freizeit sind ferner die Öffnungen kleinerer Außeneinrichtungen wie Minigolf erlaubt.

Übernachtungen: Private Übernachtungen in Ferienwohnungen, auf Campingplätzen und in Hotels sind mit negativem Testergebnis wieder zulässig, es gibt aber eine Kapazitätsbegrenzung bei Hotels. Messen, Tagungen, Kongresse und private Veranstaltungen sind weiterhin nicht möglich.

Geimpft/genesen/getestet: Generell gilt: Für immunisierte Person entfällt eine Testpflicht. Eine nachgewiesene Immunisierung durch Impfung oder Genesung ersetzt den Nachweis eines negativen Tests.

Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen berichtete in der Pressekonferenz über die aktuellen Corona-Entwicklungen und wies darauf hin, dass bisher 196.333 Bürgertests in Krefeld vorgenommen worden seien. 1.005 Tests waren positiv. Dies bedeutet, dass 0,5 Prozent aller Schnelltests bisher ein Positivergebnis brachten. „Unser System der Testungen läuft sehr gut“, sagte die Gesundheitsdezernentin und verwies auf das Krefelder Angebot unter www.krefeld.testet.de.

Weiterhin sind Oberbürgermeister Frank Meyer und Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen mit den Impfstoffmengen, die für Krefeld zur Verfügung gestellt werden, unzufrieden. „Es gibt eine hohe Erwartungshaltung, weil auf Bundesebene der Impfstoff für immer neue Gruppen freigegeben wird, hier aber nicht genug Impfstoff ankommt“, sagt Sabine Lauxen. Mancher Bürger würde deshalb seinen Frust im Impfzentrum äußern. „Ich stelle mich vor die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie machen einen guten Job“, betonte deshalb Frank Meyer ausdrücklich.