Krefelder Haus der Bildung: Möglicher Baubeginn Januar 2023

Das pädagogische Leitkonzept für das Haus der Bildung sieht vor, Kinder und Eltern von der Geburt bis zum Übergang in die weiterführende Schule im Gesamtkontext eines Familienzentrums zu begleiten. Grafik: Zentrales Gebäudemanagement Krefeld

Das „Krefelder Haus der Bildung“ an der Hofstraße/Ecke Oranierring soll zum Schuljahr 2025/2026 eröffnet werden – so der aktuelle Stand der Planung, der nun in den zuständigen politischen Gremien von der Verwaltung vorgestellt wird. Das pädagogische Leitkonzept sieht vor, Kinder und Eltern von der Geburt, der Kindertageseinrichtung (Kita) bis zum Übergang in die weiterführende Schule im Gesamtkontext eines Familienzentrums zu begleiten. „In enger Zusammenarbeit mit dem Zentralen Gebäudemanagement bringen wir nun die Planung auf den Weg, um dieses ambitionierte Konzept erstmalig umzusetzen“, sagte Stadtdirektor und Bildungsdezernent Markus Schön. „Das Haus der Bildung soll aber nicht nur für die dort betreuten und beschulten Kinder und deren Familien da sein. Es soll sich in das Quartier öffnen, zum Beispiel durch vielfältige Beratungsangebote. Generell soll hier ein Raum sein, wo sich bürgerschaftliches Engagement aus dem Quartier organisieren und treffen kann“, sagt Schön.

Wir hatten eine Reihe von Herausforderungen, die es galt, unter ein Dach zu bekommen“, sagt Rachid Jaghou, Betriebsleiter des Zentralen Gebäudemanagements der Stadt. In enger Abstimmung mit verschiedenen städtischen Fachbereichen und dem beauftragten Generalplaner agn aus Düsseldorf sei es nun gelungen, alle Funktionen in einem dreigeschossigen Baukörper einzubinden: In dem Gebäude wird es eine sechsgruppige Kita geben, zudem eine neue dreizügige Grundschule, eine gemeinsame Mensa für Kinder und Mitarbeitende sowie einen gemeinsamen Verwaltungsbereich für Kita, Schule und Familienzentrum. „Wir wollten nicht, dass wir ein Gebäude haben, in dem dann aber alles getrennt läuft: Die einen machen Kita, die anderen Schule“, so Schön. Es solle vielmehr ein ganzheitlicher Teamcharakter entstehen.

Das Gebäude wird über eine Nutzfläche von circa 7.800 Quadratmeter verfügen. An der Ecke Oranierring/Hofstraße ist ein kleiner Vorplatz geplant. Über eine offene, zentrale Eingangshalle an der Hofstraße sind alle Nutzungsbereiche gut zu erreichen. Zusätzliche Nebeneingänge können auch getrennt voneinander genutzt werden. Großzügige Innenhöfe gewährleisten eine gute Belichtung von innenliegenden Aufenthaltsräumen. „Auch die hellen Flurbereiche mit Nischen können genutzt werden“, ergänzt Jaghou. Außerdem sind eine Einfeld-Turnhalle, ein Gymnastikraum und ein Tagespflegestützpunkt vorgesehen. Für das Außenspielgelände entfallen zusammen rund 3.700 Quadratmeter, auf dem viele Bäume aus dem Altbestand erhalten bleiben und Neupflanzungen erfolgen. Nach dem pädagogischen Konzept sollen Kita und Schule die Außenbereiche möglichst gemeinsam nutzen. „Außerhalb der Schulzeiten steht der Schulhof dem Stadtviertel zur Verfügung“, sagte Schön.

Eine Tiefgarage mit 100 Stellplätzen für die Mitarbeitenden und Anwohner als Quartiersgarage wird circa 4.100 Quadratmeter groß. „Wir haben eine Zufahrt von der Hofstraße und die Ausfahrt am Oranierring“, erklärte Jaghou. Oberirdisch werden ferner mehrere Kurzzeitparkplätze eingerichtet zum Abholen und Bringen der Kinder. Darüber hinaus werden circa 100 Fahrradabstellplätze errichtet. Das geplante Projekt wird auch Auswirkungen auf die Verkehrssituation der direkten Umgebung haben. Deshalb wurde von der Verwaltung ein Verkehrsgutachter beauftragt. Die Bearbeitung befindet sich vor dem Abschluss.

Die Planung für das Krefelder Haus der Bildung befindet sich in der Vorentwurfsphase, das bedeutet zum Beispiel, dass noch keine Entscheidung getroffen wurde, aus welchem Material die Fassade entstehen wird. „Eine Bauvoranfrage wurde aber bereits eingereicht“, so Jaghou. Die Beschlussfassung zur Umsetzung des Projektes ist im November 2021 geplant. Der Abbruch der vorhandenen Gebäude an der Hofstraße soll im Mai 2022 beginnen. Mit dem Neubau könnte dann im Januar 2023 begonnen werden. Das Projekt wird im Sinne des nachhaltigen Bauens geplant. Das heißt unter anderem, es werden begrünte Dächer und Fassaden realisiert, es erfolgt eine nachhaltige Materialauswahl mit den Schwerpunkten gesundes Bauen, die Nutzung regenerativer Energie (Geothermie, Fernwärme, Photovoltaikanlage), und es gibt Stromtankstellen in der Tiefgarage. Die Gesamtkosten betragen rund 49,7 Millionen Euro. Das Projekt soll Vorbild für andere Standorte sein, an denen es möglich ist, Kita und Grundschule zu kombinieren. „Die Mehrwerte des Konzeptes gelten für alle Kinder gleichermaßen, deswegen wollen wir dieses Konzept möglichst breit ausrollen. „Die Hofstraße soll kein singuläres Leuchtturmprojekt bleiben“, betont Schön.