Mikro-Depots sollen Lieferverkehr in Krefeld optimieren

Oberbürgermeister Frank Meyer (links) überreichte gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz (rechts) die Studie „Mikro-Depots im interkommunalen Verbund - Vom Konzept zur Umsetzung" an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. Foto: IHK

Mithilfe von sogenannten Mikro-Depots soll der Lieferverkehr auf der letzten Meile auch in Krefeld deutlich optimiert werden. Mikro-Depots sind zentrale Güter-Umschlagstellen und sollen künftig allen Kurierdiensten, Expressdiensten und Paketlieferanten als gemeinsame Logistikbasis zur Verfügung stehen. Vom Mikro-Depot aus kann dann die finale Strecke zum Kunden mit kleinen Lieferfahrzeugen wie zum Beispiel Lastenfahrrädern zurückgelegt werden. Die Innenstadt profitiert durch reduzierten Verkehr in die Zentren: Der Verkehr kann flüssiger fließen, die Umwelt wird geschont. Die konkrete Umsetzung dieser Idee soll jetzt auch in Krefeld vorangetrieben werden.

Wie diese Mikro-Depots konkret in den Städten Mönchengladbach, Krefeld und Neuss eingerichtet und erfolgreich betrieben werden können, hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein untersuchen lassen. Erschienen ist dazu eine zweiteilige Studie – das Handbuch „Mikro-Depots im interkommunalen Verbund – Vom Konzept zur Umsetzung“. IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz hat dieses Handbuch jetzt auch im Namen der beteiligten Kommunen im Mönchengladbacher Königskarree an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst überreicht. Das Ministerium für Verkehr hatte die Studie finanziert. Die agiplan GmbH hatte die Untersuchung gemeinsam mit der IHK und den Städten durchgeführt. Das Ziel dieses Handbuchs war es, den Weg hin zur Umsetzung einer marktreifen Konzeption von Mikro-Depots am Beispiel der drei Städte nachzuzeichnen. Dabei zeigte sich unter anderem, dass es perspektivisch eines Netzwerks von mehreren Mikro-Depots bedarf.

Die Beteiligten sehen im Konzept einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

Oberbürgermeister Frank Meyer freut sich auf die Umsetzung dieser Idee vor Ort in Krefeld: „Mikrodepots sind ein wichtiger Baustein, um unsere Innenstadt zu entlasten, den Lieferverkehr mitsamt seinen Dieselabgasen zu reduzieren und somit auch die Lebensqualität der Menschen zu verbessern.“ In Krefeld sei das Thema fester Bestandteil des Mobilitätskonzepts und der Anstrengungen in puncto „Smart City“. „Ich bin froh, dass wir diesen Prozess im Zuge des Aktionsplans Wirtschaft gemeinsam mit den Unternehmen auf die Schiene gesetzt haben und nun schon konkrete Ergebnisse sehen“, sagte Frank Meyer beim IHK-Termin in Mönchengladbach.

Für die Studie habe sich die IHK intensiv mit den Kommunen, Immobilieneigentümern und den Paketdiensten ausgetauscht, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Heute können wir ein Business-Konzept für den Betrieb von Mikro-Depots in den drei größten Städten unseres Kammerbezirks vorlegen.“ Dieser Leitfaden könne auch für andere Städte hilfreich sein, die mit Hilfe von City Hubs innerstädtischen Verkehr reduzieren möchten. „Attraktive Zentren sind wichtige Visitenkarten für unsere Städte und prägen die Lebensqualität in unserer Region – das ist ein wichtiger Standortfaktor“, erklärte Steinmetz. „Weniger Verkehr bedeutet auch weniger CO2-Ausstoß. Somit sind die Mikro-Depots ein Beitrag zum Klimaschutz.“

Verkehrsminister Hendrik Wüst bedankte sich bei der IHK und den beteiligten Städten für das Engagement. „Die Zukunft der Mobilität ist vernetzt und digital – sowohl der Waren- und Güterverkehr als auch die Personenbeförderung. Intelligente Logistiklösungen für Lieferverkehre auf der letzten Meile sparen Ressourcen und Wegstrecken, schaffen Platz und saubere Luft.“ Deshalb fördere das Land Nordrhein-Westfalen innovative Ideen für bessere, sichere und saubere Mobilität, so zum Beispiel das Projekt der IHK Mittlerer Niederrhein zu Mikro-Depots. Mit dem neuen Handbuch liege jetzt eine gute Blaupause vor, wie andere Kommunen ihre Mobilität in den Innenstädten verbessern können.