Innenausbau des „K+ Cafés“ im Kaiser-Wilhelm-Museum hat begonnen

Foto: Stadt Krefeld
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Durch den Raum säuselt leise „Golden Brown“ von Dave Brubeck. Hinter dem Tresen der „Roten Bar“ poliert ein Kellner Cocktailgläser und stellt sie feinsäuberlich ins Regal. Die Hintergrundmusik mischt sich mit dem Getuschel an den Tischen, unterbrochen von einzelnen, schrillen Lachern. Es ist kurz nach 22 Uhr und die ersten Nachtschwärmer lösen die Abendgäste ab, die sich nach ihrem Ausstellungsbesuch im Kaiser-Wilhelm-Museum abschließend nach dem Kunst- noch einen kulinarischen Genuss gönnten. – So könnte demnächst ein ausklingenderer Tag am Joseph-Beuys-Platz in Krefeld aussehen. Einige Wochen wird es noch dauern, aber mit den ersten Tischen, Stühlen, Sesseln, Bänken und vor allem mit der knallroten Bar entwickelt sich schon jetzt eine atmosphärische Ahnung, wie es im neuen „K+ Café“ im Kaiser-Wilhelm-Museum einmal sein kann.

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Bislang vermittelten nur Animationen einen theoretischen Eindruck. „Das Physische ist schon ein ganz anderes Erlebnis“, sagt Museumsleiterin Katia Baudin. Stück für Stück entsteht derzeit im Museum ein multifunktionaler Ort, der vom international tätigen Designer Robert Stadler entworfen und hauptsächlich durch Krefelder Firmen und Handwerkebetriebe realisiert wird. „Die enge Zusammenarbeit mit Betrieben aus Krefeld und der Region für die Entwicklung der einzelnen Elemente des K+ Cafés macht uns außerordentlich große Freude“, sagt Baudin. Diese Kooperation übersetze den Gründungsgedanken des Bürgermuseums aus dem 19. Jahrhundert für Kunst und Gestaltung ins 21. Jahrhundert – die enge Verbindung von Kunst, Handwerk und Industrie.

„Corona hat leider vieles erschwert, weil Lieferungen sich verzögerten und Reisen nicht möglich waren“, schildert Baudin. Trotz der widrigen Umstände gelang es der Crowdfunderin Susanne Buckesfeld und der Projektmanagerin Juliane Duft von den Kunstmuseen Krefeld, dass die Arbeiten fortgesetzt werden konnten. Die ersten Einbauten sind nun installiert, wie der komplett in flirrendes Rot getauchte Bar-Bereich. Er besteht aus den bisherigen Möbeln, aber in neuem Gewand – sie wurden mit Domovari-Kunstharz aus Krefeld nach Maß verkleidet. Deckenspiegel setzen die historische Kassettierung effektvoll in Szene. Sie multiplizieren das Licht im Raum, in Anlehnung an die „American Bar“ in Wien.

Durch sein Spiel mit Zitaten tritt Stadler in einen Dialog mit dem konkreten Ort und der Krefelder Tradition: Marmor-Paravents holen auf den ersten Blick die Auskleidung des alten, historistischen Interieurs des Kaiser-Wilhelm-Museums zurück. Als Kontrast dazu beziehen sich die Beton-Paravents auf ein Baumaterial der Moderne, so etwa bei Mies van der Rohes „Entwurf für ein Bürohaus“ von 1921, und der Gegenwart. Die Raumteiler suggerieren also harte Materialien, bei einem zweiten Hinsehen (und beim Fühlen) entpuppen sie sich jedoch als täuschende Digitaldrucke auf weichem Stoff, die mit dem Krefelder Walzendruckspezialisten von Kesper ausgehend von riesigen Material-Scans erstellt wurden. Flexibel, je nach Position, werden die Paravents den Raum für unterschiedliche Veranstaltungen verändern und den Schall für eine angenehme Akustik dämpfen. Speziell für diesen Zweck mit der Verseidag entwickelt, sind sie mit Akustikstoff umhüllt und gefüllt mit schallabsorbierendem Funktionsmaterial.

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