Theaterplatz rund um das Seidenweberhaus intensiv gereinigt

Mitarbeiter der GSAK bei der Reinigung des Theaterplatzes; auch Hochdruckereiniger kamen bei der Aktion zum Einsatz. Foto: Stadt Krefeld

In einer koordinierten Aktion ist der Theaterplatz rund um das Seidenweberhaus in der Krefelder Innenstadt einer intensiven Grundreinigung unterzogen worden. Mitarbeitende der Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft (GSAK) waren am Mittwoch und Donnerstag in Schutzanzügen auf dem Platz tätig und haben das gesamte Umfeld des Seidenweberhauses mit Hochdruckreinigern saubergemacht. Nach einer Nassreinigung wurden dabei Desinfektionsmittel und Geruchshemmer aufgebracht. Damit sollen auch die Geruchsbelästigungen deutlich reduziert werden. Die zweitätige Reinigung wurde am Donnerstagnachmittag abgeschlossen.

Auf dem zentralen Platz in der Innenstadt hält sich die Szene der Suchtkranken in Krefeld auf. Über Streetworker sind diese Personen im Vorfeld kontaktiert und auf die geplante Reinigung aufmerksam gemacht worden. Die entsprechenden Bereiche rund um das Seidenweberhaus wurden dafür abgesperrt. Der Kommunale Ordnungsdienst, die Polizei und Streetworker begleiteten die Maßnahmen. Die Reinigung des Platzes ist ein Teil des umfassenden Projektes „Handeln und helfen“, das von Oberbürgermeister Frank Meyer initiiert worden ist. Alle Maßnahmen dieses Konzeptes haben zum Ziel, den Theaterplatz sicherer und attraktiver für Krefelder und Besucher gleichermaßen zu machen. Die jetzt erfolgte Intensivreinigung ergänzt die Basisreinigung durch die GSAK, die auf dem Platz regelmäßig erfolgt.

„Die jetzige Lage dort darf kein Dauerzustand bleiben“

Das Konzept „Handeln und helfen“ reagiert dynamisch auf eine sich verändernde Szene und das veränderte Drogenkonsumverhalten. „Wir wissen, dass der Theaterplatz ein Problembereich ist und die jetzige Lage dort kein Dauerzustand bleiben darf“, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. Die Reinigungsaktion sei einer von vielen Schritten, mit denen die Lage verbessert wird. So wurde der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) personell deutlich aufgestockt und hat seine Zentrale ins Seidenweberhaus verlegt. Es gibt die mobile Wache des KOD, zudem konzertierte Aktionen gemeinsam mit der Polizei. Auch wurde der Einsatz der Streetworker intensiviert. Außerdem soll der Platz weiter mit Veranstaltungen belebt werden. In Kürze startet am Seidenweberhaus die Aktion „Silk City Gallery“, bei der 30 Künstler das Seidenweberhaus bemalen. „Wir werden nicht kapitulieren, sondern setzen neben konsequenter Reaktion wie der jetzigen Reinigung vor allem auf ganzheitliche Konzepte, um die Lage zu verbessern. Hierbei müssen wir auch an die Belange jener Menschen denken, die in den schlimmen Negativkreislauf einer Suchtkrankheit geraten sind“, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. Ulrich Cyprian, Dezernent für den Fachbereich Ordnung, betont: „Störendes Verhalten vor Ort wird sanktioniert, das ist klare Prämisse. Es gilt aber auch, dass nicht gegen Menschen gearbeitet wird. Wir werden weitere Maßnahmen initiieren, die eine positive Wirkung für den Theaterplatz haben werden.“

Die Stadtverwaltung arbeitet weiter an Hilfsangeboten für die Szene, die auch die Lage am Theaterplatz beruhigen sollen. Ein Drogenkonsumraum, für den noch ein Standort gesucht wird, soll den Suchtkranken einen Ort bieten, an dem sie sicher konsumieren und von Sozialarbeitern begleitet werden. „Ein reines Verdrängen vom Theaterplatz ohne eine Benennung von Alternativen wird nicht zu einer dauerhaften Verbesserung für alle führen. Das genau muss aber das Ziel allen Handelns sein“, sagt Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen.

Alle Entscheidungen rund um das Thema Drogenkonsumraum und Theaterplatz werden mit der Krefelder Polizei abgestimmt. Die Polizei ist regelmäßiger Teilnehmer der Arbeitsgruppe „Sicherheit und Hilfen“, die zuletzt im Ricarda-Huch-Gymnasium getagt hat. Die Polizei bekräftigte, den Theaterplatz weiterhin regelmäßig zu bestreifen und die sich dort aufhaltenden Personen kontrollieren. Straftaten am Theaterplatz und im Umfeld werden konsequent verfolgt und geahndet. Der Platz soll keine Drogenkonsumenten von außerhalb anziehen, weshalb die Polizei schon frühzeitig und gefahren-abwehrend tätig wird, zum Beispiel, indem sie Betretungsverbote ausspricht.