Franziska Nuhn gewinnt Modepreis „Goldene Seidenschleife“

Die drei Bestplazierten bei der Preisverleihung zur "Goldenen Seidenschleife 2021": Gewinnerin Franziska Nuhn (Mitte), Paulina Feil (Zweite von rechts) und Katerina Amprazi (Zweite von links) mit Bürgermeister Karsten Ludwig (links) und der Leiterin des Krefelder Stadtmarketings, Claire Neidhardt (rechts). Foto: Stadt Krefeld

Die „Goldene Seidenschleife“, den mit 5000 Euro dotierten Modepreis der Stadt Krefeld, hat Franziska Nuhn mit ihrer Kollektion „The Tide. Slowfashion im Einklang mit den Gezeiten“ gewonnen. Im Schlachtgarten an der Dießemer Straße übergab Bürgermeister Karsten Ludwig am Samstagabend die Auszeichnung. Die unabdingbaren Kräfte der Wasserbewegungen, die trotz der Gegensätze ein Gleichgewicht bilden, werden in der Kollektion der 23-jährigen Gewinnerin aus Worms thematisiert. In ihrem temporären Atelier auf dem Neumarkt präsentiert die junge Designerin bei der „Krefelder Laufmasche“ eine Produktion, bei der hauptsächlich natürliche Materialen verwendet werden, die durch ihre Recycelbarkeit für Nachhaltigkeit und somit im Einklang mit der Natur stehen.

Die Designerin greift mit ihrer Kollektion den Zeitgeist der Entschleunigung und des Minimalismus auf und schafft gleichzeitig eine Verbindung zu ursprünglichen Prozessen der Natur. Das beeindruckte auch die Jury des Krefelder Modepreises: „Ihr innovativer und nachhaltiger Materialeinsatz, die innovative Funktionalität kombiniert sie mit sehr raffinierte Schnitte und organischen Schnittlinienführung. Franziska Nuhn zeigt moderne und zeitlose Mode.“ Die Gewinnerin der „Goldenen Seidenschleife“ erhält zudem die Möglichkeit, sich und ihre Kollektion auf einer Messe Igedo Company aus Düsseldorf zu präsentieren. Mit den drei bestplatzierten Designern wird ferner ein Mode-Video gedreht, das sie für ihre Werbung nutzen können.

Den zweiten Platz (3000 Euro Preisgeld) belegt Paulina Feil mit ihrer Kollektion „Duschegereja und Kiddlschurz“. In ihrem Container-Atelier auf dem Von-der-Leyen-Platz zeigt die 30 Jahre alte Designerin aus Delizch bei Leipzig, die an der Fachhochschule für angewandte Kunst in Schneeberg studiert hat, eine Fusion aus Tradition und Moderne, in die deutsche und russische Kultur ineinanderfließen. Historische Schnitte der Kleiderkultur des 19. Jahrhunderts aus beiden Kulturen bilden die Basis der schürzenhaften Outfits. Dabei spielen typische Kleider, Jacken, Hemden, Röcke sowie Schürzen und verschiedene Manschettenformen eine zentrale Rolle. Die Kollektion erzeugt eine Harmonie in der Mischkultur und damit Gemütlichkeit und Ruhe. „Die Verarbeitung von Kulturgeschichte und deren Transport in die heutige Zeit bildet einen sehr innovativen Ansatz“, urteilte die Jury. Paulina Feil setze ihre Entwürfe sehr hochwertig bis ins Detail um.

Mit ihrer Kollektion „postMontan. Eine gestrickte Hommage an das Ruhrgebiet“ überzeugte Katerina Amprazi die Jury. Sie erhielt den mit 2000 Euro dotierten dritten Preis in Krefeld. Auf dem Evangelischer Kirchplatz zeigt die 30-Jährige aus Gelsenkirchen ihrer nachhaltigen Strick-Kollektion, für die sie sich durch die Arbeiterkleidung von Bergmännern und Stahlarbeitern inspirieren ließ. Sie interpretiert auf diese Weise den Strukturwandel und den Umgang mit der Vergangenheit des Ruhrgebiets. Die Jury faszinierte bei ihr der innovative Fertigungsprozess, die Kombination aus Fotoprints und Strick sowie der nachhaltigen Materialeinsatz unter „No-Waste“ Gesichtspunkten.

Bei der „Krefelder Laufmasche“ präsentieren 21 junge Designer aus dem In- und Ausland ihre aktuellen Kollektionen. Sie wurden aus einem Pool von über 50 Bewerbern zwischen Hochschule und Karriere eingeladen, in Krefeld ihre innovative Mode vorzustellen. Alle Teilnehmer sind Anwärter auf den Modepreis der Stadt Krefeld, die Goldene Seidenschleife. „Insgesamt hat die Jury sich sehr schwer getan, weil sehr beeindruckendes Bewerberfeld mit sehr unterschiedlichen Kollektionen, alle haben sich intensive Gedanken zur Nachhaltigkeit gemacht und handwerklich qualitativ sehr hochwertig gearbeitet“, berichtet Claire Neidhardt, Leiterin des Stadtmarketings. In den vergangenen Tagen besuchten die Jurymitglied alle Designer, schauten sich deren Arbeiten an und sprachen mit ihnen über ihre Ideen und Entwürfe. „Dabei beeindruckte die Jurymitglieder die Vielfalt an Auseinandersetzung mit der Mode und den klaren Ideen von der Mode für die man stehen möchte, den teils politischen, teils künstlerischen Zugängen“, so Neidhardt. Auch die Natur als Inspirationsquelle im Verhältnis zum gesellschaftlichen Verhalten oder die Übersetzung von Kulturgeschichte in Mode weckte die Begeisterung der Jury.

Die Jury für die „Goldene Seidenschleife“ setzt sich zusammen aus: Dr. Annette Schieck, Leiterin des Deutschen Textilmuseums Krefeld; Professorin Nora Gummert-Hauser, Dekanin Fachbereich Design an der Hochschule Niederrhein; Professorin Karin Stark, Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik an der Hochschule Niederrhein; Professor Dr. Jochen Gutmann, geschäftsführender Direktor des Deutschen Textilforschungszentrums Nord-West e.V.; Ulrike Kähler, Geschäftsführerin Igedo Company; Ilka Neumann, Vorstand Haus der Seidenkultur e.V.; Alexander Werner, Innung für das Modeschaffende Handwerk in der Kreishandwerkerschaft Niederrhein und Claire Neidhardt, Leiterin des Stadtmarketings der Stadt Krefeld.