Martin Hyun ist Teil von „IchDuWirNRW“

Foto: privat

Im April kehrte Martin Hyun noch einmal in die Rheinlandhalle zurück – hier, wo er erstmals als Fünfjähriger die Schlittschuhe schnürte, die Mannschaften des Krefelder EV durchlief und schließlich am 17. September 2004 mit den Krefeld Pinguinen gegen die Kölner Haie sein erstes DEL-Spiel bestritt. Der Grund für die Rückkehr waren Dreharbeiten für das NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, um an der Kampagne „IchDuWirNRW“ als Botschafter teilzunehmen. Nun ist das Video fertig und steht mit vielen weiteren auf https://ichduwir.nrw/.

„Wir haben viele starke Vorbilder, auf die wir stolz sind und die unsere Vielfalt ausmachen. Die zeigen wir mit unserer Kampagne“, sagt Serap Güler, Integrationsstaatssekretärin in NRW. #IchDuWirNRW zeigt, dass gute Integration gelingt. Neben Martin Huyn gibt es weitere „Vorbilder“, die auf der Website vorgestellt werden. „Sie sind mit ihren Geschichten positive Beispiele für die erfolgreiche Einwanderungsgesellschaft. Sie stehen für Einbürgerung, Werte, bürgerschaftliches Engagement und Erfolg im öffentlichen Dienst. Wir möchten, dass in Nordrhein-Westfalen jeder – unabhängig von seiner Herkunft – Chancen auf sozialen Aufstieg hat. Gleichzeitig arbeiten wir an mehr Verbindlichkeit und Verlässlichkeit für mehr Integration in unserem Land“, heißt es auf der Website der Kampagne.

Der 42-Jährige Hyun war seinerzeit der erste Spieler mit koreanischen Wurzeln, der jemals ein DEL-Spiel bestritt. Es blieb bei dieser einen Saison DEL, denn nach der Spielzeit 2004/2005 beendete er seine sportliche Karriere und schlug einen beachtlichen beruflichen Werdegang ein. Unter anderem schrieb er zwei Bücher zum Thema Integration, war und ist in mehreren gesellschaftspolitischen Bereichen aktiv und agierte als sporttechnischer Leiter für den Bereich Eishockey und Sledge-Hockey der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang. Hyun lebt seit 2008 in Berlin, hat seiner Heimat aber nie den Rücken gekehrt. Seine Eltern, die 1970 und 1971 aus Südkorea nach Krefeld kamen, wohnen noch immer hier, gleichzeitig kümmert er sich mit seinem Verein „Hockey is Diversity“ unter anderem um die „Weihnachts-Überraschung“. Seit 16 Jahren beschenkt er dabei zusammen mit prominenten Krefelder Sportlern wie Olympia-Siegerin Aline Rotter-Focken, Anne Poleska-Urban oder Daniel Pietta Kinder in der Kinderkrebsklinik des Helios-Krankenhauses. „Es war wirklich toll, dass die städtischen Mitarbeiter diesen Dreh trotz der aktuellen Lage möglich gemacht haben. Ich hatte natürlich Szenen meiner eigenen Karriere inklusive vieler Ehrenrunden vor Augen, aber auch den ‚Vilosa-Mann‘, so Hyun.

Ursprünglich sollten im Rahmen der Kampagne „IchDuWirNRW“ Veranstaltungen stattfinden. Diese fielen jedoch Corona bedingt in diesem Jahr aus.