Projekt Storchenlotsen-Dienst: Unterstützung fürs Familienglück

Storchenlotsin Mareike Schröers Foto: Sandra Greins

Vor einem Jahr ist das gemeinsame Projekt „Storchenlotsen-Dienst“ der Stadt Krefeld und des Helios Mutter-Kind-Zentrums gestartet. Als ein wichtiger Bestandteil der Krefelder Frühen Hilfen ist das Ziel des Projekts, das Familienglück frischgebackener Eltern zu bewahren und zu fördern. Zwei erfahrene Storchenlotsinnen am Helios Klinikum Krefeld stehen Müttern und Vätern nach der Geburt zur Seite. Sie beraten die Familien individuell und geben, wo benötigt, praktische Hilfestellung, um den Start in ein neues oder erweitertes Familienleben zu erleichtern. Dazu gehören anfallende Behördengänge, Elternkurse, die vielfältigen Angebote der „Frühen Hilfen“ in Krefeld, Tipps zur Ernährung und den Umgang mit Stresssituationen, Hilfen bei Sprachbarrieren und viele weitere Themen. „Das Modellprojekt ist auf zwei Jahre bis August 2022 ausgelegt und wird von der Stadt mit jährlich mehr als 71.000 Euro gefördert“, berichtet Sonja Pommeranz, Leiterin des Fachbereichs Jugendhilfe. Eine Fortführung über weitere fünf Jahre bis August 2027 sei über das Förderprogramm „kinderstark NRW schafft Chancen“ geplant.

In der Geburtsklinik des Helios Klinikum am Lutherplatz werden jährlich circa 1.800 Kinder geboren. Der Storchenlotsen-Dienst hatte sich unter den Patientinnen schnell rumgesprochen und wird von den Eltern sehr gut angenommen. In den Monaten Januar bis Juni 2021 haben die Storchenlotsen 84 Prozent der Familien erreicht. „Der Zuspruch der Eltern hat uns gezeigt, dass unser Angebot als bereichernd wahrgenommen wird. Wir freuen uns, den Eltern auch in Zukunft den Storchenlotsen-Dienst anzubieten“, unterstreicht Storchenlotsin Mareike Schröers.

„Um Familien begleiten, unterstützen und fördern zu können, ist eine vertrauliche und einfühlsame Gesprächsatmosphäre entscheidend. Es geht darum, familiären Ressourcen und mögliche Belastungen im neuen Familienalltag Raum zu geben“, erläutert Projektkoordinatorin Barbara Stüben. Sollte dann gemeinsam mit den Eltern ein konkreter Unterstützungswunsch oder -bedarf festgestellt werden, verweisen die Storchenlotsinnen auf konkrete Angebote der Frühen Hilfen und stellen einen direkten Kontakt zu den Einrichtungen her. „Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass viele Eltern nur einen Teil der vielfältigen Angebote für junge Familien in Krefeld kennen“, berichtet die Diplom-Heilpädagogin am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an alle Krefelder Familien.

„Oft finden kleine Sorgen oder Fragen in dem Gespräch schon eine Antwort.“

„Die Vernetzung mit den entsprechenden Angeboten und Hilfen erfolgt nur in Absprache und auf Wunsch der Eltern. Das ist ganz entscheidend“, betont Storchenlotsin Regina Ridders. Die 52-Jährige ist gelernte Kinderkrankenschwester mit der Weiterbildung zur „Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin“. Wie ihre Kollegin Mareike Schröers (55), war sie zuvor viele Jahre als Kinderkrankenschwester auf der Frühchen- beziehungsweise Wöchnerinnenstation im Mutter-Kind-Zentrum tätig. „Wir freuen uns sehr, uns die Zeit nehmen zu können, um mit den Eltern ausführlich ins Gespräch zu kommen und individuell auf sie eingehen zu können. Oft finden kleine Sorgen oder Fragen in dem Gespräch schon eine Antwort.“

Die Frühen Hilfen sind der erste große Baustein der Kommunalen Präventionsketten. Das Krefelder Netzwerk der Frühen Hilfen ist ein Zusammenschluss von Institutionen, Verbänden, Einrichtungen und Fachkräften aus dem, Kinder und Jugendhilfebereich sowie dem Gesundheitswesen. Die Akteure wollen Schwangere sowie Mütter und Väter von Kindern in den ersten drei Lebensjahren bei Fragen zur Entwicklung ihres Kindes begleiten, entlasten, beraten und unterstützen. „Durch die dauerhafte Förderung der Bundesstiftung Frühe Hilfen können die im Rahmen der Bundesinitiative aufgebauten Strukturen in Krefeld langfristig fortgeführt und weiterentwickelt werden“, erklärt Anita Mandt, Koordinatorin des Krefelder Netzwerks Frühen Hilfen. „Auf Grundlage des Bundeskinderschutzgesetztes setzt der Bund gleichsam damit auch das Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz um“.

Aus dem vom Bund aufgelegten Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ für die Jahre 2021 und 2022 erhalten die Kommunen Fördermittel zur Umsetzung von niedrigschwelligen Angeboten zur Unterstützung von Familien insbesondere durch die erschwerten Bedingungen der Corona Pandemie. In Krefeld können dadurch der Einsatz der Familienhebammen aufgestockt, Wassergewöhnungskurse für Kleinkinder konzipiert, Musikangebote für Kinder in der Kindertagespflege entwickelt und Eltern Kind Gruppen in Familienzentren aufgebaut werden.