6,7-Millionen Euro Förderung für Uerdingen und Innenstadt

Die Herberzhäuser in Uerdingen. Foto: Stadt Krefeld

Mit neu bewilligten Fördergeldern kann die Krefelder Stadtverwaltung die Gestaltung des Uerdinger Zentrums und der Innenstadt jetzt deutlich vorantreiben: Aus Bundes- und Landesmitteln für die Städtebauförderung erhält Krefeld für die beiden Stadtumbauprojekte Innenstadt und Uerdingen insgesamt rund 6,7 Milionen Euro. Krefeld leistet dazu aus eigenen Haushaltsmitteln einen Anteil in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Planungsdezernent Marcus Beyer freut sich darüber, dass mit dieser Förderung eine Aufwertung des Uerdinger Zentrums rund um die Herberzhäuser ebenso ermöglicht wird wie verschiedene punktuelle Maßnahmen in der Krefelder Innenstadt. Am Dienstag, 7. September, stellt das Planungsbüro Uding in der Sitzung der Uerdinger Bezirksvertretung die Entwurfsplanung für das Nutzungskonzept der Herberzhäuser vor. Die Verwaltung gibt dort auch einen Sachstandsbericht zu den Herberzhäusern und zur Zukunft der Bezirksverwaltungsstelle.

Die größte Fördersumme in dem aktuellen Bescheid erhalten die Herberzhäuser in Uerdingen mit 5,5 Millionen Euro. Dort plant die Stadt neben der Innensanierung von Haus Nr. 1, der Bezirksverwaltungsstelle, den Umbau von Haus Nr. 5 zu einem Quartierszentrum. Bei Haus Nr. 5 handelt es sich um die frühere Bücherei. Beide Häuser werden zukünftig durch Aufzugsanlagen in den Höfen barrierefrei zugänglich sein; für die Platzseite ist ebenfalls über eine sogenannte „Marktterrasse“ die Barrierefreiheit gewährleistet. „Die Finanzierung für den Umbau ist gesichert. Damit schaffen wir in Uerdingen einen neuen Begegnungsort ganz zentral am Marktplatz und dazu in einem der bedeutendsten Baudenkmäler der Stadt“, freut sich Planungsdezernent Marcus Beyer. Der Umbau der unter Denkmalschutz stehenden Herberzhäuser zu einem Quartierszentrum sei ein Leuchtturmprojekt aus dem integrierten Handlungskonzept für Uerdingen.

Treffpunkt für die Uerdinger schaffen

Ziel der Stadtverwaltung ist es, in dem Haus Nr. 5, das viele Jahre rein als Stadtteilbibliothek genutzt wurde, einen Kommunikationsort und Treffpunkt für die Uerdinger zu schaffen. Die zukünftigen drei Hauptnutzer stehen bereits fest: die Mediothek im Erdgeschoss, die Volkshochschule in der ersten Etage und die Musikschule in der zweiten Etage. Ganz im Sinne eines sogenannten Dritten Ortes wird das Haus somit erweiterte Funktionen haben. Ein Teil der Räume soll multifunktional nutzbar sein, damit Vereine und Gruppen dort eigene Veranstaltungen vornehmen können. Im Hof der Herberzhäuser werden die beiden bestehenden Anbauten abgerissen – stattdessen soll dort auf der nördlichen Hofseite ein zweigeschossiger neuer Anbau entstehen. Die linke Hofseite wiederum bleibt Freifläche und wird zukünftig in die Gesamtnutzung des Hauses integriert.

Die aktuelle Entwicklung ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Uerdinger Zentrum: Nach der Machbarkeitsstudie des Büros Böll war in 2020 eine europaweite Ausschreibung für die Generalplanungsleistung erfolgt. Das beauftragte Architekturbüro Uding aus Lünen hat dann auf Basis der Machbarkeitsstudie und in Abstimmung mit den Denkmalbehörden und den drei späteren Hauptnutzern einen Vorentwurf erarbeitet, der jetzt zunächst der Bezirksvertretung Uerdingen vorgestellt wird. Im nächsten Schritt ist diese Planung zu konkretisieren und eine Kostenschätzung zu erarbeiten. Danach folgen der Bauantrag und die Ausführungsplanung. Für Uerdingen werden aus den Stadtumbau-Mitteln folgende Maßnahmen im Einzelnen gefördert: Quartierszentrum Herberzhäuser, Ideenwettbewerb Röttgen, Öffentlichkeitsarbeit, Hof- und Fassadenprogramm, Verfügungsfonds sowie Quartiersmanagement.

Anpassungen am Zeitplan für die Herberzhäuser sind dabei erforderlich, weil im Gebälk Spuren des „echten Hausschwamms“ entdeckt wurden. Es handelt sich um einen holzzerstörenden Pilz, der zwar nicht gesundheitsgefährdend ist, aber schnell entfernt werden muss, um den Zersetzungsprozess gerade in den tragenden Konstruktionen aufzuhalten. Ist diese Aufgabe bewältigt, kann der eigentliche Umbau starten.

Auch die Innenstadt profitiert

Auch die Innenstadt profitiert von den Fördergeldern: Dort wurden Gelder für das Qualifizierungskonzept Stadtbad, das Hof- und Fassadenprogramm, den Verfügungsfonds, die Umgestaltung der Steckendorfer Straße, Quartiersmanagement, eine Machbarkeitsstudie Fahrradparken sowie Öffentlichkeitsarbeit bewilligt. Die Fördermodalitäten schreiben vor, dass sukzessive jedes Jahr Einzelmaßnahmen aus den beiden Integrierten Handlungskonzepten so weit qualifiziert werden, dass dafür konkrete Anträge gestellt werden können.