Start aus Krefeld Dieter Hofmann: Dem Sport in Krefeld seinen Stempel aufgedrückt

Dieter Hofmann: Dem Sport in Krefeld seinen Stempel aufgedrückt

Bürgermeisterin Gisela Klaer hat Dieter Hofmann das Bundesverdienstkreuz überreicht - hier zusammen mit dessen Ehefrau Barbara Theisen (links) und Tochter Pia (rechts). Foto: Stadt Krefeld

In einer Feierstunde der Stadt Krefeld ist Dieter Hofmann (81) das Bundesverdienstkreuz überreicht worden – durch Bürgermeisterin Gisela Klaer in Vertretung des krankheitsbedingt abwesenden Oberbürgermeisters Frank Meyer. Gisela Klaer entschuldigte den Oberbürgermeister, erklärte aber zugleich, dessen Rede vortragen zu wollen. „Wenn es stimmt, dass es die Menschen sind, die unsere Sportstadt prägen, dann gehört Dieter Hofmann über die unglaubliche Zeitspanne von rund sieben Jahrzehnten zu diesen Menschen. Dabei ist er, um im sportlichen Bild zu bleiben, kein Mitläufer und kein Bankdrücker, sondern ein echter Spielmacher, kreativ und unermüdlich, eine Führungsfigur, die dem Sport in Krefeld seinen Stempel aufgedrückt hat“, so die Bürgermeisterin.

Dieter Hofmann sei sein Leben lang ein Sportsmann – im allerbesten Sinn des Wortes – und wohl auch das, was man einen „harten Hund“ nenne: Aber er wolle nicht nur im Wettkampf das optimale Ergebnis erreichen, sondern auch für den Sport in Krefeld insgesamt. Nach seinen Anfängen im Fußball und in der Leichtathletik habe es ihm besonders der Triathlon angetan – noch mit 77 Jahren habe er diese höllische Dreifachbelastung auf sich genommen.

„Dass in Krefeld heute einer der größten Triathlon-Vereine Nordrhein-Westfalens aktiv ist, kann er sich ebenso auf die Fahnen schreiben wie die Tatsache, dass der Covestro-Triathlon am Elfrather See in ganz Deutschland bekannt ist und jährlich weit mehr als 1.000 Athleten anzieht: Dass diese recht junge Sportart in NRW so schnell auf die Landkarte kam, ist unter anderem ihm zu verdanken. Denn schon 1988 hatte Dieter Hofmann gemeinsam mit Peter Kamp die Idee zu einem Volkstriathlon am See: Lange Zeit hieß er Bayer-Triathlon und wuchs von Jahr zu Jahr in seiner Bedeutung und seiner Anziehungskraft“, machte Gisela Klaer deutlich.

Dieter Hofmann war auch Präsident des Triathlon-Verbandes NRW

Zwei Jahre später gründete Hofmann bei Bayer eine Triathlon-Abteilung, die heute rund 300 Mitglieder hat und aus der mit den Jahren einige Europa- und Weltmeister hervorgegangen sind. 2009 kam noch der Schultriathlon mit bis zu 1.000 jugendlichen Teilnehmenden hinzu – gelebte Nachwuchsförderung für die potenziellen Weltmeister von morgen. Zehn Jahre lang war Dieter Hofmann auch Präsident des Triathlon-Verbandes NRW und einige Jahre Sprecher der Landesverbände auf Bundesebene.

Klaer: „Doch schon 2011 warteten neue Aufgaben auf ihn: Wie man hört, brauchte es anfangs etwas Überredungskunst, aber am Ende ließ sich Dieter Hofmann zum Vorsitzenden des Stadtsportbunds wählen – und auch das war ein Glücksfall für den Krefelder Sport. Denn unter seinem Vorsitz wurde aus dem ehrenamtlich geführten Verein eine professionelle Interessenvertretung für den Sport in Krefeld mit Jens Sattler als Geschäftsführer und zehn hauptamtlichen Beschäftigten.“ Unter anderem durch sein Verhandlungsgeschick sei es 2020 gelungen, zwischen Stadtsportbund (SSB) und Stadt Krefeld einen Vertrag zur Grundsicherung abzuschließen und erstmals eigene Geschäftsräume für den Verein im Marianum Krefeld anzumieten.

Sportdialog mit der Stadt vorangebracht und geprägt

Dieter Hofmann sei es auch gewesen, der mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern im SSB den Sportdialog mit der Stadt vorangebracht und geprägt habe: Dieser Austausch habe auch die Basis für die heutige Sportstättenkommission und die gemeinsame Sportentwicklungsplanung gelegt – das Projekt „Sportdialog“ wurde 2017 vom Landessportbund als vorbildhaft ausgezeichnet. Auch mit der Kulturszene habe er gemeinsam mit Jens Sattler Berührungspunkte gesucht und gefunden: Die Veranstaltungen mit dem Kulturrat unter dem Motto „Kultur trifft Sport“ seien interessante Impulsgeber und bieten Gelegenheit für ungewöhnliche Begegnungen.

„Natürlich ist Sport mehr als Leistung, mehr als Bestzeiten und Titelgewinne: In unserer Gesellschaft, die politisch und sozial immer mehr auseinanderdriftet, ist Sport ein wichtiger Kitt – das kann man in jedem Verein und auf jedem Bolzplatz beobachten“, so die Bürgermeisterin. Diese soziale Funktion des Sports sei Dieter Hofmann immer wichtig gewesen, in der konsequenten Förderung von Kindern und Jugendlichen, aber auch als Erfinder des Krefelder Hospizlaufs, bei dem bis zu 1.000 Läuferinnen und Läufer Geld für das Hospiz sammelten – und dabei kämen durchaus fünfstellige Beträge zusammen.

Den Vorsitz des SSB und damit sein letztes hohes Amt hat Hofmann inzwischen an seinen langjährigen Vize Jochen Adrian weitergereicht. Klaer: „Den Sport als Teil unserer Stadtgesellschaft zu betrachten, seine gesellschaftliche Verantwortung anzuerkennen und zu leben, mitzureden und sich im positiven Sinne einzumischen: Dafür steht Dieter Hofmann – kein Mitläufer eben, sondern ein Spielmacher.“