Kita-Bau nach neuen Umwelt-Standards der Stadt Krefeld

Entwurf des Kita-Neubaus an der Ritterstraße. Foto: Stadt Krefeld
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Eine Kindertageseinrichtung (Kita) in nachhaltiger Bauweise soll an der Ritterstraße in Krefeld entstehen. Dieser Neubau entsteht als Erweiterung der bestehenden Kita Ritterstraße und soll zwei inklusive Gruppen mit circa 27 bis 40 Kindern – je nach Altersstruktur der Gruppen – ab einem Alter von vier Monaten bis zum Schuleintritt beherbergen können. Das vorgesehene Grundstück befindet sich bereits in städtischem Besitz. Der Baubeginn ist für August 2022 geplant, im Oktober 2023 soll die Erweiterung dann fertiggestellt sein. Die erwarteten Baukosten liegen nach derzeitigem Planungsstand bei 3,8 Millionen Euro. Der Betriebsausschuss des Zentralen Gebäudemanagements (ZGM) hat die Planung jetzt beschlossen. Bei der Planung und Realisierung arbeiten das ZGM sowie der neu gegründete Klimastab im Geschäftsbereich Umwelt eng zusammen.

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Kita kriegt Gründach und Kletterpflanzen an der Gebäudefront

„Erstmals werden bei diesem Projekt die neuen Baustandards der Stadt Krefeld inklusive aller Nachhaltigkeitskriterien umgesetzt“, betont Rachid Jaghou, Betriebsleiter des ZGM. So werde das Dach der dreizügigen Kita als Gründach errichtet, die Gebäudefront werde mit Kletterpflanzen berankt. Eine Photovoltaikanlage ist zusätzlich vorgesehen. Die Gebäudehülle der Kita-Erweiterung entspricht dem Passivhausstandard. Zur Energieversorgung des Neubaus wird eine Fernwärmeleitung in der Stichstraße der Ritterstraße verlegt. Bei Sanierung des Bestandsbaus soll auch dieser daran angeschlossen werden. Eine Ökobilanzierung hat vorab aufgezeigt, welche Umwelteinwirkungen die gewählte Baukonstruktion hat und hat diese den Einwirkungen einer Kita in konventioneller Bauweise gegenübergestellt. „Krefeld hat sich das Ziel gesetzt, die Klimaneutralität im Jahr 2035 zu erreichen. Dieses Ziel erreicht eine Stadt nur gemeinsam. Sowohl private wie auch städtische Initiative ist nötig. Wir bündeln in Verwaltung und ZGM die Kräfte, um das Ziel zu erreichen. Die Erweiterung der Kita Ritterstraße ist in dieser Hinsicht ein Pionierprojekt“, sagt Umweltdezernentin Sabine Lauxen.

Sorgfälltige Auswahl der Baustoff für besseres Raumluft

Die Baustoffe des Kita-Anbaus werden sorgfältig ausgewählt und dokumentiert, um gute Raumluft sicherzustellen und das Risikopotenzial für die Umwelt durch Vermeidung von schädlichen Stoffen bei Herstellung und Verarbeitung zu reduzieren. Die ausführenden Firmen verpflichten sich, die von der Stadt aufgeführten Kriterien einzuhalten. Zur Kontrolle finden am Ende der Bauzeit Raumluftmessungen statt. Ein besonderer Fokus wird hier auf Gesundheit, Behaglichkeit und Nutzerzufriedenheit gelegt: Während des Planungsprozesses werden raumakustische Berechnungen, Tageslichtsimulationen und thermische Simulationen vorgenommen.

Das Grundstück befindet sich am Rand einer vor dem Krieg aufgefüllten Kiesgrube. Für eine standsichere Gründung muss der Boden unter der Bodenplatte verbessert werden. Zudem haben Bodenuntersuchungen gezeigt, dass die Altablagerungen belastet sind. Auf der Fläche wird der Boden deshalb ausgetauscht. Der Neubau ist als winkelförmiger zweigeschossiger Baukörper mit Flachdach und ohne Keller freistehend auf dem Grundstück geplant. Er erhält im Erdgeschoss eine unbehandelte Holzfassade aus vertikalen Massivholzbrettern, im Obergeschoss eine leicht vorgezogene Holzfassade aus schwarzgeflämmten vertikalen Massivholzbrettern mit aufgesetzten, schmalen, unbehandelten Holzleisten. Einige der größeren Fenster erhalten eine Umrahmung in warmen Farben. Der Neubau erweitert die Kita Ritterstraße um zwei U3-fähige Gruppen, einen Therapieraum, Räume für das Personal und einen eigenen Raum für das Familienzentrum. Die integrative Kita Ritterstraße wird somit um eine Nettoraumfläche von 527 Quadratmetern erweitert.

Rund 497 Quadratmetern Außenspielbereich

Der Neubau wird über die gleiche Stichstraße der Ritterstraße erschlossen wie der Bestandsbau. Auf dem Grundstück des Bestandsbaus stehen vier Parkplätze zur Verfügung. Auf dem neu zu bebauenden Grundstück sind zwei Parkplätze geplant – ein behindertengerechter und einer mit Elektro-Ladesäule. Weitere Parkplätze stehen im öffentlichen Straßenraum der Stichstraße zur Verfügung. Vor dem Eingang des Neubaus sind Fahrradständer vorgesehen. Der Außenspielbereich mit einer Fläche von rund 497 Quadratmetern erfüllt die vom Landschaftsverband Rheinland gestellten Mindestanforderungen von zehn bis zwölf Quadratmetern pro Kind.

Das Zentrale Gebäudemanagement wies im Betriebsausschuss auch darauf hin, dass es bei den veranschlagten Kosten in Höhe von 3,8 Millionen Euro noch zu Veränderungen kommen kann. „Die aktuell auf dem Markt herrschende Preisentwicklung für Bauleistungen kann auch bei diesem geplanten Projekt zu einer nicht vorher kalkulierbaren Kostensteigerung führen“, heißt es in der Vorlage. Eine Kostenvarianz von 20 Prozent sei aufgrund des derzeitigen Status „Entwurfsplanung“ zu berücksichtigen.

ZGM und Klimastab arbeiten bei Projekten Hand in Hand

Zuvor hatten sich die Teams von Klimastab und das Sachgebiet „Energie und Klima“ im Infrastrukturellen Gebäudemanagement des ZGM bei der Nachhaltigkeitsmesse auf der Krefelder Rennbahn im September bereits gemeinsam präsentiert. Eigens für die Messe war eine Dachbegrünung simuliert worden, die bei der Messe für viel Gesprächsstoff sorgte. „Welche Traglast haben Garagendächer, welches Gewicht entsteht durch eine Dachbegrünung?“ – das sind Fragen, mit denen sich auch das ZGM bei den öffentlichen Gebäuden beschäftigt, vor allem, weil die Untersuchung der Statik bei diesen innovativen Investitionen nicht förderfähig ist und die Stadt somit die Kosten trägt. Rund um das Thema Nachhaltigkeit hat die Stadt viel zu bieten, nicht nur als Fairtrade-Stadt. Ob nachhaltige Beschaffung oder nachhaltiges Bauen – Klimastab und ZGM konnten bei der Messe viele wertvolle Informationen vermitteln, nicht selten zum positiven Erstaunen der interessierten Zuhörerschaft.

„Klimaschutz geht alle an, und deshalb wollen wir auch mit allen ins Gespräch kommen“, sagt Sabine Lauxen. Rachid Jaghou betont: „Wir stehen bei öffentlichen Gebäuden zwar vor anderen rechtlichen Herausforderungen als Private, der Austausch von Erfahrungen schafft jedoch auch Akzeptanz.“ Das spiegelte sich in den Gesprächen der Akteure bei der Messe wider. Die Teams konnten nicht nur wertvolle Erfahrungen teilen, sondern nahmen auch eine Vielzahl von Anregungen mit, und freuen sich auf weitere solcher Gelegenheiten. So wurde aus der Besucherschaft bei der Messe die Sorge formuliert, dass die Auftragsbücher der Handwerker zur Errichtung von PV-Anlagen wohl voll seien. Für kleinere Anlagen würden sich hier Hürden auftun. Die Stadtverwaltung überlegt deshalb, hier mit der IHK ins Gespräch zu gehen, um Lösungen zu finden. Das gemeinsame Ziel: Wenn es Fördermittel gibt, sollen die Investitionen auch zeitnah umgesetzt werden können.

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