„Schatzkarte“ soll Handel und Gastronomie in Krefeld stärken

Die Initiatoren und Förderer der "Schatzkarte" präsentieren im Innenhof des Rathauses das neue gesamtstädtische Gutscheinsystem. Foto: Stadt Krefeld

Kleine Karte mit großer Wirkung: Das ist die Idee, die sich mit dem ersten gemeinsamen Gutscheinsystem des Krefelder Einzelhandels verbindet. Ob in der Innenstadt, in Fischeln, Uerdingen, Hüls oder irgendwo dazwischen: Mit der „Schatzkarte“ kann man künftig in vielen Geschäften, Restaurants und Dienstleistungsbetrieben bezahlen. „Der Umsatz soll nicht ins Internet abwandern. Wir möchten die Kaufkraft in der Stadt binden und auf diesem Wege die Innenstadt und die Ortskerne stärken“, sagt Initiator Markus Ottersbach, Geschäftsführer des Handelsverbands Krefeld-Kempen-Viersen. Das Projekt wird deshalb nicht nur vom Stadtmarketing, der Wirtschaftsförderung, der IHK und der Wohnstätte unterstützt, sondern auch von allen vier Werbegemeinschaften. „Das ist der erste Gutschein, der im gesamten Stadtgebiet gilt“, sagt Markus Ottersbach.

Aktuell gibt es 15 Verkaufsstellen für die analoge „Schatzkarte“. Doch der Gutschein lässt sich auch online unter www.schatzkarte-krefeld.de unkompliziert kaufen und per E-Mail oder Messenger verschicken. Er wird derzeit bei 71 Händlern, Gastronomen und Dienstleistern akzeptiert. „Wir möchten bis zum Jahresende auf 200 bis 250 Akzeptanzstellen kommen. Wer sich bisher davor scheut, weil er zusätzliche Arbeit befürchtet, dem kann ich nur sagen: Die Umsetzung ist wirklich kinderleicht“, erklärt Christoph Borgmann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Krefeld. Während der Corona-Pandemie habe sich das Potenzial von Gutscheinen gezeigt: „Als es uns Händlern dreckig ging, gab es eine Riesennachfrage, auch von Unternehmen, die im großen Stil Gutscheine gekauft haben“, erzählt Borgmann.

Auch bei der Planung und Umsetzung der „Schatzkarte“ hat die Pandemie eine entscheidende Rolle gespielt. „Zum einen haben die Verbraucher gemerkt, dass es wichtig ist, vor Ort einzukaufen. Und zum anderen sind die Anbieter durch Corona näher zusammengerückt“, sagt Fabian de Cassan vom Vorstand der Uerdinger Kaufmannsbundes. Deshalb sei es einfach gewesen, alle Werbegemeinschaften an einen Tisch zu bekommen. „So steckt eine ganz andere Kraft dahinter. Es funktioniert am besten, wenn alle zusammen anpacken, statt alleine zu wurschteln“, fasst Stefan Peeters vom Vorstand des Werberings Fischeln zusammen. Auch in Hüls hat sich die anfängliche Skepsis schnell gelegt: „Die Idee kommt gut an, gerade weil es so schnell und unkompliziert funktioniert“, betont Klaus-Dieter Ohlig vom Vorstand des Hülser Werberings.

Starthilfe kam von der Krefelder Wirtschaftsförderung

Starthilfe für das gemeinsame Projekt kam unter anderem von der Krefelder Wirtschaftsförderung. Deren Chef Eckart Preen sieht es als „Quantensprung“, dass sich alle Werbegemeinschaften an einen Tisch gesetzt haben. Er geht davon aus, dass auch ortsansässige Unternehmen den neuen Gutschein als „Add-on“ für ihre Beschäftigten nutzen werden. Ab Mitte September soll die Schatzkarte nämlich auch als sozialversicherungsfreie Lohnzusatzleistung für Firmen erhältlich sein. Die Industrie- und Handelskammer, ebenfalls Unterstützter der „Schatzkarte“, will das Angebot aktiv an die Arbeitgeber in Krefeld herantragen. „Nach der Pandemie brauchen wir eine Aufholjagd. Krefeld geht mit der ‚Schatzkarte‘ voran – und das ist gut und nötig“, sagt Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

Auch die Stadt Krefeld unterstützt das Gutscheinsystem über das Stadtmarketing. „Wir sind mit den digitalen Möglichkeiten der ‚Schatzkarte‘ am Puls der Zeit. Das wird ein wichtiges Instrument der Kunden- und Kaufkraftbindung“, betont City-Managerin Christiane Gabbert. Die Wohnstätte, die den Kreis der Förderer komplettiert, will den neuen Gutschein als Präsent einsetzen, sei es für Mitarbeitende, die heiraten oder Geburtstag feiern, sei es für Mieter, die zu Vertragsjubiläen eine Anerkennung erhalten sollen. Vorstand Thomas Siegert ist überzeugt, dass die „Schatzkarte“ die Infrastruktur in der Innenstadt und den Stadtteilen stärken wird: „Eine funktionierende Stadt ist für unsere Arbeit eine Grundvoraussetzung. Der Gutschein wird sicher dazu beitragen“, erklärt Siegert.

Unter www.schatzkarte-krefeld.de kann man auch Gutscheine kaufen und versenden. Analoge Verkaufsstellen sind in der Innenstadt die Sparkasse-Filiale Ostwall, die ARGE Krefelder Werbegemeinschaften (Hansastraße 87), Sport Borgmann, Saturn und Mediamarkt, in Fischeln Blumen Stefan Peeters und Raumausstattung Hafels, in Uerdingen die Apotheke am Markt, die Buchhandlung „Rheinschmökern“, der Weinhandel De Cassan, der Bauernladen und Paradise Fashion sowie in Hüls Fuldner, das Zigarrenhaus Lünger und „palim palim“ (ab 1. Oktober).