Berufskolleg Vera Beckers feiert 100-jähriges Bestehen

Schulleiter Stefan Bur, Oberbürgermeister Frank Meyer und Barbara Stockmann, stellvertretende Schulleiterin, beim Festakt zum 100. Jubiläum des Berufskollegs. Foto: Stadt Krefeld
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Das Berufskolleg Vera Beckers (BKVB) wird 100 Jahre alt. Anlässlich des Jubiläums gab es nun einen offiziellen Festakt im Mies-van-der-Rohe-Park mit Schulleiter Stefan Bur, dem Kollegium und vielen Gästen, darunter als Gastredner auch Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer. Gegründet im Jahr 1921 als „Hauswirtschaftliche Mädchenfortbildungsschule“, werden heute an dem modernen Berufskolleg mit Beruflichem Gymnasium rund 2.600 Schüler von 185 Lehrkräften unterrichtet. Das BKVB bietet 33 Bildungsgänge in den Schwerpunkten Gesundheit und Sport, Sozialwesen, Ernährung, Bekleidung, Kosmetik, Medizin und Verwaltung sowie Fort- und Weiterbildungen in diesen Bereichen. Die Schüler können neben beruflichen Qualifikationen und Berufsabschlüssen alle allgemeinbildenden Abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur erreichen.

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Oberbürgermeister Frank Meyer warf in seiner Rede auch einen Blick zurück auf die Zeit, in der Vera Beckers sich kämpferisch für die Gründung einer Mädchenfortbildungsschule einsetzte. Er zitierte aus deren mutiger Rede vor der Krefelder Stadtverordnetenversammlung im September 1921: „Sie können vielleicht denken, ich gehe zu weit oder ich sei ein wenig dringlich. Aber ich fühle mich als Stadtverordnete und als Frau verpflichtet, für die Frau das Äußerste herauszuholen. (…) Wir verlangen letzten Endes nichts Unbilliges, wir verlangen weiter nichts als Gerechtigkeit für beide Geschlechter, die uns Frauen bislang versagt worden ist. (…) Wir wollen doch keinen neuen Hut oder sonst etwas Derartiges, wir wollen nur bessere Bildung und Erziehung“. Der Rat stimmte letztlich Vera Beckers‘ Antrag zu – so wurde dies die Geburtsstunde des Berufskollegs, das heute Vera Beckers‘ Namen trägt.

Bis in die Nachkriegszeit ein Provisorium

Die sogenannte „Hauswirtschaftliche Mädchenfortbildungsschule“ blieb bis in die Nachkriegszeit ein Provisorium, verteilt auf bis zu zehn verschiedene Standorte im ganzen Stadtgebiet. Auch die Notwendigkeit, den Frauen neben Fächern wie Wäschenähen, Kochen oder Gartenpflege eine Allgemeinbildung zu vermitteln, wurde lange nicht gesehen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Schule nach und nach zum Berufskolleg moderner Prägung und wurde schließlich 1993 nach ihrer „politischen Geburtshelferin“ benannt. „Vera Beckers wäre heute stolz, wenn sie ‚ihre‘ Schule sehen könnte: Sie wäre stolz, wie die acht Schulleiterinnen, von Anna-Maria Laufenberg bis zu Hedwig Schomacher, über die Jahrzehnte für gerechte Bildungschancen gestritten haben und wie mit Stefan Bur 2017 erstmals ein Mann diese Funktion übernommen hat – Gleichberechtigung ist hier inzwischen so selbstverständlich, dass sie auch andersherum funktioniert“, stellte Frank Meyer zufrieden fest. Er gratulierte dem Berufskolleg Vera Beckers zum 100. Geburtstag „in der festen Überzeugung, dass diese Schule ein unersetzlicher, prägender Bestandteil unserer Bildungslandschaft ist“.

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