SPD-Fraktion vermisst Seriosität bei sportpolitischen Vorschlägen der CDU

Krefeld-Fußball-Sport
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„Wir begrüßen es natürlich, dass die CDU-Fraktion nach Jahren anscheinend ihr Herz für den Krefelder Sport wiederentdeckt hat“, kommentiert Oliver Leist, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Krefeld, die nun über die Presse bekannt gewordenen Vorschläge der Krefelder Christdemokraten zur Zukunft der hiesigen Sportlandschaft. „Immerhin liegt nun einmal so etwas wie eine inhaltliche Positionierung der Kollegen der CDU vor. Die Idee einer Ausgliederung der Sportverwaltung in einen Eigenbetrieb ist es sicherlich wert zu diskutieren. Für Gespräche darüber sind wir offen.“

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„Nach eigener Aussage sieht die CDU in ihrem Vorschlag ein Thema für den nun zu beratenden Haushalt 2022. Dann muss sie allerdings auch klar benennen, wie sie mittlere zweistellige Millionenbeträge für die Modernisierung von Schwimm- und Eishallen dort abbilden möchte, anstatt bei der Finanzierung umgehend nach Dritten wie Land und Investoren zu rufen. Erwartungen zu wecken, die hinterher nicht einzuhalten sind, ist haushaltspolitisch wenig seriös.“

Auch ließen die Aussagen der CDU-Fraktion an verschiedenen Stellen erahnen, dass wieder „Politik am Verfahren vorbei“ gemacht werden solle, wie Oliver Leist es formuliert. „Zum einen gibt es bei der Standortfrage der Schwimm- und Eishallen einen beschlossenen Prozess, der noch nicht beendet ist. Ich hielte es für vernünftig, das Ergebnis dieses Prozesses abzuwarten, bevor man im Vorgriff Entscheidungen trifft oder sie in der Presse kundtut“, erklärt der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion. „Zum anderen erarbeitet die Sportstättenkommission die Priorisierung der Sportanlagensanierung anhand objektiver Kriterien. Diese Arbeit unter Beteiligung der Sportvereine sollte man daher nicht konterkarieren.“ Besonders kritisch sieht Oliver Leist deshalb auch die Forderung des sportpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion, Michael Zecha, seines Zeichens auch Vorsitzender des TSV Bockum, Bezirkssportanlagen prioritär dort zu modernisieren, wo „starke Vereine sind“. „Wer definiert denn, was ein ‚starker Verein‘ ist? Wo bleibt bei dieser Aussage die Bedeutung der Anlagen für den Schulsport?“ Folge sie ihrer eigenen Haltung, müsse die CDU-Fraktion laut Leist beispielsweise die Sanierung der Anlage am Sprödentalplatz ablehnen. „Wir benötigen aber gerade dort eine moderne Bezirkssportanlage für den Schulsport.“ Das sei auch Ergebnis der Arbeit der Sportstättenkommission. „Wir müssen insbesondere im Sport weg von der jahrzehntelang gelebten Klientelpolitik und dem Ausspielen der Vereine gegeneinander.“ Die Sportstättenkommission habe hier einen Weg des Miteinanders etabliert, den die SPD-Fraktion nicht verlassen werde.

„Wir hoffen dennoch, dass die CDU-Fraktion ihre Vorschläge nun zumindest in konstruktiver Form als politische Anträge im von ihr als ‚Abnickgremium‘ bezeichneten Sportausschuss einbringt und es nicht nur beim vollmundigen Ankündigen in der Presse, die Erwartungen in der Krefelder Sportlandschaft weckt, belässt.“

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