Stadt baut Kindertagespflege als Betreuungsangebot aus

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In den vergangenen Jahren hat der Bedarf an U3-Plätzen in Krefeld stetig zugenommen. Die Stadt baut deshalb fortlaufend neue Kindertageseinrichtungen (Kitas) und erweitert bereits bestehende. Gleichzeitig steckt der Fachbereich Jugendhilfe mitten in einem Ausbauprogramm für die Kindertagespflege. Der Stadtrat hatte dazu im Juli 2019 einen dreistufigen Plan beschlossen, der unter anderem die Umsetzung des Programms „Kindertagespflege 1.000+“ vorsieht. Bis zum Betreuungsjahr 2023/2024 ist die Schaffung von 330 neuen U3-Plätzen in der Kindertagespflege vorgesehen, inklusive einer entsprechenden Aufstockung von Fachberatungs- und Verwaltungsstellen sowie der Anpassung der laufenden Geldleistung für Kindertagespflegepersonen.

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Aktuell fehlen in Krefeld 680 U3-Plätze

„Bei einer 2019 ermittelten Bedarfsquote von 46 Prozent benötigen wir 2.850 Betreuungsplätze für die unter Dreijährigen, und wir gehen davon aus, dass die Quote noch steigt“, erklärt Sonja Pommeranz, Leiterin des Fachbereichs Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung. Aktuell fehlen in Krefeld 680 U3-Plätze. „Alleine durch den Ausbau von Kita-Plätzen, ist unsere A-Quote für die U3-Betreuung nicht zu erreichen“, sagt Stadtdirektor Markus Schön. Um weitere Plätze zu schaffen und damit Eltern die Möglichkeit zu bieten, frei zwischen dem Angebot Kindertageseinrichtung und Kindertagespflege für Ihre Kinder zu wählen, will die Stadt die Qualität dieses Betreuungsangebotes kontinuierlich evaluieren und bekannt machen. Als familiennahes und flexibles Betreuungsangebot sei die Kindertagespflege vor allem für die Kleinsten geeignet, so Schön.

Bis zu 5,50 Euro pro Kind und Betreuungsstunde zahlt die Stadt

Um die Vorteile der Kindertagespflege weiß auch Heike Badberg, Leiterin der Abteilung Kinder: „Die Gruppen sind hier klein, und die Kindertagespflegepersonen sind für maximal fünf Kinder eine feste Bezugspersonen. Auch kann die Randzeitenbetreuung besser abgedeckt werden als in einer Kita, zum Beispiel für Eltern im Schichtdienst“, erklärt sie. Bis zu 5,50 Euro pro Kind und Betreuungsstunde zahlt die Stadt an eine Tagespflegeperson, wenn die Eltern einen Betreuungsvertrag mit dieser abgeschlossen haben. Die Eltern stellen zuvor einen entsprechenden Antrag bei der Stadt und zahlen dort den Beitrag analog zur Kita-Betreuung. „In Krefeld werden derzeit rund 800 Kinder von 211 Kindertagespflegepersonen betreut, die Tendenz ist steigend“, berichtet Badberg.

Im Rahmen des Ausbauprogramms wurde bereits die Stellanzahl der Fachberatungen beim städtischen Fachdienst Kindertagespflege (4,9) und beim Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) (5,5) erhöht. Die Fachberatungen stehen in engem Kontakt mit den Tagepflegekräften und beraten diese. Dazu kommen 5,0 Verwaltungskräfte, die unter anderem für die Auszahlung der laufenden Geldleistung und die Antragsbearbeitung von Investitionskostenanträgen zuständig sind. Jeweils eine städtische Fachberatung ist derzeit für rund 90, eine Fachberatung des DKSB für rund 80 Tagespflegeverhältnisse zuständig. Seit dem 1. Juni wird der Bereich Kindertagespflege in der Abteilung Kinder als eigenes Sachgebiet geführt.

So wird man Kindertagespflegeperson

Mehr Qualität will die Stadt bei der Ausbildung von Kindertagespflegepersonen nach dem Qualifizierungshandbuch (QHB) erreichen. „Die Qualifizierung nach QHB hat Krefeld als eine der ersten Städte schon früh eingeführt. Ab August 2022 ist sie deutschlandweit verpflichtend“, erklärt Heike Badberg und erläutert, was man tun muss, um Kindertagespflegeperson zu werden: „Zur ersten Orientierung ist zunächst die Teilnahme an einem sogenannten Vorkurs notwendig, der für Interessierte viermal im Jahr kostenfrei angeboten wird. Im Nachgang zum Kurs findet eine Eignungsfeststellung durch eine Fachberatung statt. Fällt diese positiv aus, erhält man ein Empfehlungsschreiben für einen Qualifizierungskurs, der in der Regel über sieben bis neun Monate geht“. Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses und Einreichung aller benötigten Unterlagen, könne dann eine Pflegeerlaubnis beantragt werden. Interessierte, die sich über die Qualifizierung zur Kindertagespflege informieren möchten, können sich per E-Mail an tagespflege@krefeld.de wenden.

Mit der Etablierung eines verlässlichen Vertretungssystems soll die Betreuung der Kinder auch in den Ausfallzeiten der Tagespflegepersonen gesichert werden. „Unser Ziel ist es, mit Kooperationspartnern Betreuungsstützpunkte aufzubauen“, erklärt Heike Badberg. Schon bald sollen die leerstehenden Kita-Dependencen Hafelsstraße und Am Kempschen Weg in zwei der vier geplanten Großtagespflegestützpunkte umgewandelt werden. Ausschreibungen für das erforderliche Personal laufen bereits. Dabei stellt aus Sicht der Verantwortlichen die Suche nach Fachkräften in der Kinderbetreuung derzeit die größte Herausforderung dar.

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