Verhüllungskünstler Christo verpackte 1971 Museum Haus Lange

Christo in Haus Lange. Foto: Stadtarchiv Krefeld
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Der verstorbene Verhüllungskünstler Christo (1935-2020) hat die Menschen noch einmal mit seiner letzten geplanten Aktion beeindruckt: Der Arc de Triomphe in Paris wurde in silbrigen Stoff gehüllt, umspannt von dicken roten Kordeln. Damit erfüllte sich der Traum des Künstler-Ehepaars Christo und Jeanne-Claude (1935-2009). Spuren seines künstlerischen Schaffens hat Christo vor 50 Jahren auch in Krefeld hinterlassen. Der gebürtige Bulgare verpackte 1971 die Innenräume und Parkwege von Haus Lange. Bereits 1970 stellte er im Kaiser-Wilhelm-Museum aus.

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Der ehemalige Museumsdirektor Dr. Paul Wember hat jungen Künstlern häufig als erste in Deutschland ein großes Forum geboten. Die Zeitungen bezeichneten Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre das Kaiser-Wilhelm-Museum und Haus Lange deswegen häufig als „Avantgarde-Museen“. Das Kaiser-Wilhelm-Museum zeigte von Mai bis Juni 1970 zum ersten Mal in Deutschland „Christo, Wrapped Coast 1 000 000 SQ.FT. – 305 000 Quadratkilometer verpackte Küste“. Damals hatte er Bereiche der australischen Küste verhüllt. Ein Jahr später, im Mai 1971, kam Christo selbst in die Samt- und Seidenstadt für sein Projekt „Verpackte Fußböden und verpackte Parkwege“ im und um Haus Lange an der Wilhelmshofallee. „Wenn die Menschen über die verhüllten Fußböden und Wege gehen, werden sie ein großartiges Gefühl der Ruhe und Gelassenheit erleben“, schrieb der Künstler.

Nachdem das Museum zuvor für eine Ausstellung der Künstlergruppe Haus-Rucker-Co unter einer Traglufthalle verpackt worden war, wurde es ausgepackt, um von Christo wieder eingepackt zu werden. Große Rollen braunen Packpapiers, meterweise Klebeband und Stoffbahnen lagen im Frühjahr dafür in Haus Lange parat. Seinen honorarfreien Auftritt in Krefeld bestimmte zuerst nur eine Tätigkeit wie eine Lokalzeitung schrieb: „… und er klebte und klebte und klebte.“ Fenster für Fenster, die Heizkörper, Vitrinen und Wandsockel in Haus Lange verschwanden unter dem Packpapier. Um seine Finger vor dem Filmkrepp zu schützen, trug Christo türkisfarbene Gummihandschuhe. Angesichts der großen Aufgabe half ihm der Hausmeister des Kaiser-Wilhelm-Museums. Der durfte allerdings nicht selbst kreativ werden, sondern arbeitete dem wortkargen Meister zu. Die Innenräume und die Wege des Parks legte der Künstler mit Stoffbahnen aus. „Christo hat im Grunde nur etwas verpackt, um anderes stärker sichtbar und erlebbar zu machen“, beschrieb eine Lokalzeitung seine Arbeit.

Angesichts seines schon damals hohen Bekanntheitsgrades waren die Besucherresonanz und Berichterstattung recht groß. Gleichzeitig wurde im Kaiser-Wilhelm-Museum seine Foto- und Materialmontage für seine Sonderausstellung in Haus Lange präsentiert, die während der Schau noch mit aktuellen Beiträgen ergänzt wurde. Die Krefelder Christo Ausstellung in Haus Lange endete am 27. Juni 1971. In der Sammlung der Kunstmuseen Krefeld befinden sich heute diverse Arbeiten des Verhüllungskünstlers.

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