100 Interessierte informieren sich bei „Niepkuhlen-Spaziergängen“

Umweltdezernentin Sabine Lauxen (vorne Mitte) mit Bürgern beim Niepkuhlen-Spaziergang. Foto: Stadt Krefeld
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Die Krefelder Stadtverwaltung freut sich über guten Zuspruch für ihr Beteiligungsformat Niepkuhlen-Spaziergänge. Rund 100 Interessierte haben in den vergangenen Wochen an Spaziergängen im Naturschutzgebiet Verberg/Traar teilgenommen. An drei Terminen informierte dort ein Team aus Umweltdezernentin Sabine Lauxen, dem Gewässerökologen Dr. Mario Sommerhäuser, dem Geologen Dr. Reinhold Strotmann und der projektbegleitenden Studentin Christine Klanten von der Hochschule Rhein-Waal über die Veränderungen im Bereich der Niepkuhlen. Alle drei Spaziergänge waren schnell ausgebucht. „Der Klimawandel hat auch im Bereich der Niepkuhlen starke Auswirkungen, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben. Wir wollen als Stadtverwaltung mit einem Bündel verschiedener Maßnahmen eine Zukunft für diesen Gewässerzug sichern und wollten dabei die Bürger schon in einem frühen Stadium eng einbinden. Ich freue mich, dass so viele Interesse gezeigt haben. Das Angebot des Spaziergangs haben wir deshalb ausgewählt, weil so in freier Natur Gelegenheit zum ungezwungenen Gespräch auf Augenhöhe bestand. Die Teilnehmenden hatten gute Fragen, unsere Experten haben viele schon beantworten können. Diesen Dialog werden wir mit weiteren Formaten in jedem Fall fortsetzen“, erklärt Sabine Lauxen.

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Mit dem Format der Niepkuhlen-Spaziergänge sollte ein Verständnis dafür geweckt werden, wie das sich wandelnde Klima die Natur konkret vor Ort verändert. Startpunkt war am Gewässer Holtmoers in Höhe der Heyenbaumstraße. Von dort aus ging es entlang des Hermann-Kresse-Weges zu verschiedenen Stationen bis zum Naturschutzgebiet Riethbenden. Während der Spaziergänge bestand für alle Interessierten die Gelegenheit, das Projekt „Nachhaltige Niepkuhlen“ und die beteiligten Fachleute kennenzulernen. Die Niepkuhlen sind ein alter Altrheinarm, der in der Folge erst durch menschliche Eingriffe in Form von Torfabgrabungen über Jahrhunderte seine heutige Gestalt annahm. Die Experten Reinhold Strotmann und Mario Sommerhäuser konnten deutlich machen, dass es in den vergangenen Jahrzehnten häufig starke Schwankungen des Grundwasserspiegels gab, die erst durch künstliche Maßnahmen wie das Zuleiten von Wasser kaschiert wurden. „Die Niepkuhlen waren also auch in der Vergangenheit immer ein Gewässerzug, der stetigen Veränderungen unterworfen war“, betonte Strotmann, der seine Untersuchungsergebnisse der Grundwasserstände beim Spaziergang präsentierte. „Der Zustand mit kontinuierlichen Wasserständen, wie er durch die künstliche Wasserzufuhr einige Jahre bestand, wird möglicherweise nicht an allen Stellen aufrecht erhalten bleiben können. Der Niepkuhlenzug besteht allerdings nicht nur aus Wasserfläche, sondern es gibt andere Flächen, die schon jetzt nicht dauerhaft wasserführend sind“, erläuterte Sommerhäuse.

Ein von der Stadt beauftragtes Expertenteam aus Hydrogeologen, Gewässerökologen und Landschaftsplanern arbeitet derzeit an einer umfassenden Bestandsaufnahme der Niepkuhlen. Auf Basis der Ergebnisse sollen dann Handlungsmöglichkeiten diskutiert werden. Auch über dieses Konzept sollen die Bürger informiert werden. Als kurzfristige Maßnahme ist entschieden worden, zur Überbrückung eine Lösung mit einem zeitlich befristeten Weiterbetrieb der ehemaligen Grundwasserpumpe der LEG zu wählen. Perspektivisch soll allerdings eine Lösung gefunden werden, die die Niepkuhlen nicht dauerhaft abhängig von zugepumptem Grundwasser macht. Dieses Ziel ist auch bei den Spaziergängen zum Ausdruck gebracht worden.

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