Krefelder Freimaurerloge „Eos“ hat ihr Archiv übergeben

Dr. Christoph Moß, stellvertretender Leiter des Stadtarchivs, nimmt die Dokumente von Christian Frenzen, Dimitrios Kouroutos und Christian Schmidt (von links) von der Krefelder Johannisloge "Eos" entgegen. Foto: Stadt Krefeld
- Werbung -

Das Stadtarchiv hat das Archiv der Krefelder Freimaurerloge „Eos“ übernommen. „Die Unterlagen beziehen sich größtenteils auf die Zeit nach 1945. Etwa ein Viertel stammt aus der Zeit davor“, sagt Dr. Christoph Moß, stellvertretender Stadtarchivleiter. Der neue Bestand umfasst zahlreiche rituelle Texte anlässlich von Logenaufnahmen und Beförderungen. Zudem gehören dazu Niederschriften und Protokollen der Zusammenkünfte der Logenmitglieder sowie Fotos. Archivnutzer können nun auch Festschriften der Krefelder und anderer deutscher Logen einsehen. Das Konvolut beinhaltet ferner Publikationen der Freimaurer wie die „Zirkelkorrespondenz“, „Die weiße Lilie“ und „Humanität“. Für die wissenschaftliche Auswertung stehen auch Mitgliederverzeichnisse sowie weitere Unterlagen im Kartenbestand zur Verfügung.

- Werbung -

Die Geschichte der Freimaurer in Krefeld reicht ins 18. Jahrhundert zurück: 1788 wurde die Loge „Zur vollkommenen Gleichheit“ gegründet, zu deren Mitgliedern unter anderem Engelbert vom Bruck, Peter von Löwenich, Johannes ter Meer und Friedrich Heinrich von der Leyen zählten. Diese Loge wurde um 1810 aufgelöst, und 1853 folgte die Gründung der Loge „Eos“. Ihre höchste Mitgliederzahl erreichte sie mit 269 in den1920er-Jahren. Mitte der 1930er-Jahre wurde sie von den Nationalsozialisten zwangsweise aufgelöst. Die Neugründung geht auf die Jahre 1947/1948 zurück. Das Logenhaus befand sich seit 1970 an der Bismarckstraße, seit 2019 ist es an der Rheinstraße.

Mit der Übergabe der Unterlagen möchten Logenmeister Christian Schmidt, Dimitrios Kouroutos und Christian Franzen, beide Vorstandsmitglieder der Loge, für mehr Transparenz hinsichtlich der Freimaurer sorgen und sich gegen Mythen, „Fake News“ und Verschwörungstheorien wenden. Die Loge „Eos“ nahm deswegen bereits 2018 Kontakt zum Stadtarchiv Krefeld auf. Ein Vertrag wurde im September 2019 unterzeichnet, von März bis Juli 2020 erfolgte die Erschließung des Archivguts. „Wegen der beschränkten Möglichkeiten durch die Pandemie konnte erst jetzt eine Vorstellung erfolgen“, so Moß. Der Bestand ist ab sofort für die Öffentlichkeit zugänglich.

- Werbung -