Zoll Krefeld: Kampf gegen Ausbeutung der Arbeitskraft in der Hotelzimmerreinigung

Foto: Zoll
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Mehr als 400 Einsatzkräfte des Zolls, der Polizei und der Ausländerbehörden haben heute im Auftrag der ermittlungsführenden Staatsanwaltschaft Krefeld zeitgleich insgesamt 31 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Der Schwerpunkt des Einsatzes erstreckte sich auf Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Niedersachsen und Bayern.

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Die Maßnahmen richteten sich gegen drei Beschuldigte im Alter von 41 bis 70 Jahren mit deutscher Staatsangehörigkeit, denen unter anderem Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt sowie illegale Ausländerbeschäftigung vorgeworfen wird.

Anlass der Ermittlungen sind Erkenntnisse aus zahlreichen Prüfungen und Hinweisen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen sollen durch die Beschuldigten in der Hotelbranche eingesetzten Reinigungskräfte untertariflich entlohnt und bei ihnen willkürliche Lohnkürzungen vorgenommen worden sein. Die tatsächliche Entlohnung steht in einem auffälligen Missverhältnis zur geleisteten Arbeitszeit. Zur Verschleierung sollen Arbeitszeitaufzeichnungen falsch geführt worden sein. Zudem sollen vor allem ausländische Personen beschäftigt worden sein, die sich illegal im Bundesgebiet aufgehalten haben oder keine Arbeitserlaubnis besitzen. Überwiegend soll es sich hierbei um ghanaische Staatsangehörige handeln. Die Beschäftigung erfolgt dabei unter Alias-Personalien.

„Nach den bisherigen Feststellungen liegt es nahe, dass die Zwangslage der Arbeitnehmer, die in großer Abhängigkeit zu den Arbeitgebern stehen, ausbeuterisch ausgenutzt wurde“, so Diana Hommes, Sprecherin des Hauptzollamtes Krefeld.

Bei den Durchsuchungen konnten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicherstellen, darunter auch Computer und Mobiltelefone, die durch Spezialkräfte des Zolls für IT-Forensik ausgewertet werden.

Die Ermittlungen dauern an. Die Auswertung der Beweismittel wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

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